Pinterest: Hunderte Entlassungen sollen Ressourcen für KI freisetzen
Pinterest plant, bis zu fünfzehn Prozent der Belegschaft zu entlassen. Das soll mehr Ressourcen für die Entwicklung von KI-Funktionen und -Produkten freisetzen.
Pinterest-Schild am Eingang des Sitzes in San Francisco.
(Bild: MarleyPuc/Shutterstock.com)
Pinterest plant, rund fünfzehn Prozent seiner Belegschaft zu entlassen. Das geht aus einer Meldung an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hervor. Die Umstrukturierungsmaßnahmen, die sich dem Dokument zufolge auf Kosten in Höhe von 35 bis 45 Millionen US-Dollar belaufen werden, sollen vor allem Ressourcen für unternehmenseigene KI-Projekte freisetzen. Pinterest plant, die Entlassungen bis Ende September 2026 abgeschlossen zu haben.
Der sogenannte globale Restrukturierungsplan beinhaltet drei zentrale „Transfromationsinitiativen“, wovon zwei auf die Implementierung von Künstlicher Intelligenz abzielen. Konkret will Pinterest personelle Ressourcen umverteilen, um die Einführung und Umsetzung von KI innerhalb des Unternehmens voranzutreiben. Gleichzeitig sollen KI-gestützte Produkte und Funktionen künftig priorisiert werden. Was das genau bedeutet, differenziert das Unternehmen in dem der SEC übermittelten Dokument nicht weiter aus.
Neueinstellungen geplant
Pinterest Inc., das die gleichnamige Online-Pinnwand für Grafiken und Fotos betreibt, beschäftigte im August vergangenen Jahres rund 5000 Vollzeitkräfte. Die geplanten Entlassungen würden folglich rund 750 Mitarbeitende betreffen. Dem Technikportal The Verge erklärte Pinterest Sprecherin Tessa Chen, man werde zwar kurzfristig Teammitglieder entlassen, langfristig aber neue KI-Fachkräfte einstellen, um die unternehmenseigene KI-Strategie voranzutreiben.
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Auch andere Unternehmen haben zuletzt immer wieder Entlassungsrunden mit Neuerungen im Bereich KI begründet. Amazon beispielsweise kündigte erst kürzlich an, weitere 16.000 Stellen abbauen zu wollen, nachdem das Unternehmen im Oktober vergangenen Jahres bereits 14.000 Jobs gestrichen hatte. Damals hatte der US-Konzern als Grund für den Stellenabbau auf Effizienzgewinne durch den Einsatz von KI verwiesen. Fraglich ist, ob derlei Argumentationen tatsächlich zutreffen oder lediglich als Vorwand für Sparmaßnahmen dienen.
Mehr KI-Funktionen trotz Kritik der Nutzer
Pinterest sieht sich, wie auch andere große soziale Netzwerke, einer Flut KI-generierter Inhalte ausgesetzt. Nachdem sich Beschwerden der Nutzer über AI Slop, also KI-Müll, mehrten, führte das Unternehmen im Oktober vergangenen Jahres mehrere neue Funktionen zur Anpassung des eigenen Feeds ein. Damit können Nutzende der Plattform selbst entscheiden, wie viele KI-generierte Inhalte sie sehen wollen. Gleichwohl ist es nicht möglich, KI-Inhalte gänzlich auszublenden, zumal diese nicht zuverlässig als solche erkannt werden.
Trotz der Zugeständnisse an Nutzer, selbst über die Sichtbarkeit von KI-Inhalten innerhalb des eigenen Feeds entscheiden zu können, führte Pinterest im vergangenen Jahr mehrere neue KI-gestützte Funktionen ein. Seit Juni 2025 können Nutzer der Plattform etwa KI-gestützte Collagen erstellen. Zuletzt initiierte Pinterest im Oktober 2025 einen KI-basierten Shopping-Assistenten, der Nutzerinnen und Nutzer virtuell beraten soll.
(rah)