Waymo-Robotaxi fährt in der Nähe einer Grundschule ein Schulkind an
Ein Schulkind ist auf die Straße gesprungen und wurde von einem sofort bremsenden Robotaxi leicht verletzt. US-Behörde prüft das Waymo-Verhalten nahe Schulen.
Ein autonomes Taxi von Waymo in San Francisco.
Ein autonom fahrendes Taxi des US-Unternehmens Waymo hat in der Nähe einer Grundschule ein Schulkind angefahren. Das Kind erlitt nach der Kollision mit dem Robotaxi laut Waymo leichte Verletzungen. Der Unfall ereignete sich am Freitag letzter Woche im kalifornischen Santa Monica und die Alphabet-Tochter hat die US-Verkehrsbehörde umgehend informiert. Diese hat entsprechende Untersuchungen eingeleitet und wird insbesondere das Verhalten der fahrerlosen Waymo-Taxis nahe Schulen genauer prüfen.
Zuletzt hatte eine in San Francisco überfahrene Katze Kritik an Waymo erregt, doch das Schulkind in Santa Monica ist glimpflicher davongekommen als die durch den Unfall getötete Katze. Waymo schreibt, dass der junge „Fußgänger plötzlich hinter einem hohen SUV die Fahrbahn betrat und direkt in den Fahrweg unseres Fahrzeugs lief“. Das System des Robotaxis habe die Person sofort erfasst und stark gebremst. Die Geschwindigkeit wurde demnach „von etwa 27 km/h auf unter 10 km/h reduziert, bevor es zum Zusammenstoß kam“.
Waymo: Mensch hätte nicht schneller bremsen können
„Nach dem Kontakt stand der Fußgänger sofort auf, ging zum Bürgersteig, und wir riefen die Polizei“, heißt es seitens Waymo weiter. „Das Fahrzeug blieb stehen, fuhr an den Straßenrand und blieb dort, bis die Polizei es zum Verlassen des Einsatzortes freigab.“ Nach Ansicht von Waymo hat das Robotaxi schneller reagiert als ein Mensch. Simulationen hätten gezeigt, dass selbst ein „voll aufmerksamer menschlicher Fahrer“ ein Auto vor der Kollision mit diesem Fußgänger auf lediglich rund 22,5 km/h abgebremst hätte.
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Das Ausmaß der von dem Schulkind erlittenen Verletzungen ist bislang nicht bekannt, gleiches gilt für Alter und Identität. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) ist noch am Tag des Unfalls von Waymo darüber informiert worden, und die Robotaxi-Firma hat wenige Tage später den dafür notwendigen Bericht eingereicht. Waymo selbst hebt dies als Selbstverpflichtung zur „Transparenz im Umgang mit Zwischenfällen“ hervor.
US-Behörde untersucht Robotaxi-Verhalten nahe Schulen
Nach Angaben der NHTSA ereignete sich der Unfall „in unmittelbarer Nähe einer Grundschule in Santa Monica, Kalifornien, während der üblichen Bring- und Abholzeiten“. In der Nähe befanden sich demnach „weitere Kinder, ein Schulweghelfer und mehrere falsch geparkte Fahrzeuge“. Einige Eltern haben offenbar in zweiter Reihe geparkt, um ihre Kinder abzusetzen oder abzuholen.
Das Robotaxi nutzte zum Zeitpunkt des Unfalls die fünfte Generation von Waymos ADS (Automated Driving System). Die NHTSA wird nun überprüfen, ob das System „angesichts der Nähe zur Grundschule während der Bring- und Abholzeiten sowie der Anwesenheit junger Fußgänger und anderer potenziell gefährdeter Verkehrsteilnehmer die gebotene Vorsicht walten ließ“. Dazu gehört das „Verhalten des Autopiloten in Schulzonen und angrenzenden Bereichen“. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde arbeitet bei der Sicherheitsuntersuchung dieses Waymo-Unfalls mit der lokalen Polizeidienststelle zusammen, wie die NHTSA bei X meldet.
(fds)