Rückbau des französischen AKW Fessenheim beginnt im Mai

Der Rückbau des stillgelegten AKW Fessenheim soll im Mai 2026 beginnen. Noch fehlen aber die Genehmigungen der französischen Atomaufsichtsbehörde.

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AKW Fessenheim

(Bild: EDF)

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Das elsässische Atomkraftwerk Fessenheim wird als dienstältestes Kernkraftwerk Frankreichs ab Mai 2026 zurückgebaut. Das 2020 stillgelegte AKW wird somit nicht mehr reaktiviert. Zur Nachnutzung des Areals soll eine Schmelzanlage für radioaktiven Schrott errichtet werden.

Der französische AKW-Betreiber EDF will noch im Mai 2026 mit dem Rückbau beginnen. Das im Elsass in Grenznähe zu Deutschland gelegene Kernkraftwerk war nach 42 Jahren Betrieb nach lange anhaltenden Protesten 2020 stillgelegt worden. EDF hat die Genehmigung für den Rückbau des AKW bei der französischen Atomaufsichtsbehörde Autorité de sûreté nucléaire et de radioprotection (ASNR) eingereicht. Die soll voraussichtlich im März grünes Licht für die Arbeiten geben.

Wichtige Vorarbeiten sind bereits erledigt worden. Die Brennelemente wurden 2022 aus dem Kernkraftwerk entfernt. Die Vorbereitungen für den anstehenden Rückbau seien Stand Ende Januar zu 98 Prozent abgeschlossen.

Starten soll der Rückbau mit dem Abbau der drei Dampferzeuger des Reaktors 1. In der ersten Rückbauphase sollen ebenfalls noch die Lagergestelle für die benutzten Brennelemente entfernt und entsorgt werden. In weiteren Phasen erfolgen Demontagearbeiten unter anderem der Reaktoren sowie die Sanierung des Geländes. Der derzeitige Plan von EDF sieht vor, dass die Arbeiten 2041 abgeschlossen sind.

Bereits 2027 soll schon ein Teil des bisher nicht genutzten Geländes neu bebaut werden. Dort soll eine Schmelzanlage, das Technocentre, für schwach radioaktiven Schrott entstehen. Darunter fallen etwa die Metalle der Dampferzeuger von Atomkraftwerken. Die Schmelzanlage soll dann zentral die Metallabfälle von französischen Atomkraftwerken verarbeiten. EDF rechnet mit der Schmelzung von insgesamt 500.000 Tonnen radioaktiv belasteten Metalls, das teils entsorgt, teils recycelt werden soll.

Bis es so weit ist, dauert es aber noch ein wenig. Die Schmelzanlage soll bis 2031 fertiggestellt sein und ihren Betrieb aufnehmen. Rund 450 Millionen Euro wird der Bau der Anlage verschlingen. Deutschland hat jedoch Sicherheitsbedenken bezüglich des Standortes aufgrund von Erdbebenrisiken geäußert.

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Die Kritik an dem AKW Fessenheim ging auch nach dessen Stilllegung im Sommer 2020 weiter. EDF entsorgte seitdem tonnenweise Borsäure aus dem Atomkraftwerk in einem Rheinseitenkanal. Das AKF Fessenheim produzierte in seiner Betriebszeit rund 448 TWh Strom.

(olb)