Frankreich legt Veto gegen Verkauf von Eutelsat-Bodenantennen ein

Die französische Regierung hat aus Sicherheitsgründen ein Ersuchen des Investors EQT abgelehnt, die Antennen des Satellitensystems Eutelsat zu erwerben.

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Eutelsat-Sitz in Frankreich

(Bild: HJBC/Shutterstock.com)

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Frankreichs Finanzminister Roland Lescure hat erklärt, dass er die Veräußerung der Bodenantennen-Infrastruktur des Satellitenbetreibers Eutelsat an den schwedischen Investor EQT nicht genehmigt. Ausschlaggebend war dem Minister zufolge, dass er bei der Übernahme Risiken für die nationale Sicherheit sieht.

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Lescure betonte gegenüber dem französischen Fernsehsender TF1, dass die Antennen sowohl für zivile als auch militärische Kommunikation genutzt würden. Da Eutelsat die einzige europäische Alternative zum Starlink-Netzwerk des amerikanischen Techunternehmers Elon Musk darstelle, ginge es um strategische Angelegenheiten. Daher habe er den Deal abgelehnt. Auf der Social-Media-Plattform Bluesky ergänzte er, seine Entscheidung habe nichts mit dem Investor zu tun, sondern einzig mit der Souveränität Frankreichs.

Tatsächlich stellt Eutelsat den französischen Streitkräften Satellitendienste zur Verfügung. Erst 2025 hatte Eutelsat einen diesbezüglichen Vertrag mit zehn Jahren Laufzeit für rund eine Milliarde Euro mit der Regierung Frankreichs geschlossen. Die Bodenantennen gelten daher als sensible Infrastruktur. Der französische Staat hält fast 30 Prozent der Aktien des Unternehmens Eutelsat, das erst kürzlich einen neuen Chef bekommen hatte.

2023 hatte Eutelsat den Satellitenbetreiber Oneweb erworben, der ein Netzwerk von 600 Satelliten mitbrachte, die in 1200 Kilometern Höhe um die Erde kreisen. Die Satelliten kommen jedoch bald an das Ende ihrer Lebensdauer und müssen durch neue ersetzt werden, die Airbus bereitstellen wird. Eutelsat ist auch als Übergangslösung im Gespräch, bis das europäische System IRIS2 einsatzbereit ist und hat sich der Ukraine als Ersatz für Starlink angeboten.

(mon)