Stellantis: KI-Logistikroboter erledigt Inventuraufgaben schneller als Menschen

Stellantis erhöht die Effizienz der Lagerhaltung in der Automobilproduktion. Ein KI-Logistikroboter erfasst Lagerbestände deutlich schneller als Menschen.

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Dexory V2 Roboter scannt bei Stellantis im Lager die Regale.

Der KI-Logistikroboter Dexory V2 im Einsatz bei Stellantis. Der Roboterturm kann ausgefahren werden, um Lagerbestände in höher liegenden Regalen zu erfassen.

(Bild: Stellantis North America/Screenshot)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der Stellantis-Automobilkonzern setzt in seiner Produktionsstätte Sterling Heights nahe Detroit einen autonom arbeitenden, KI-basierten Logistikroboter zur kontinuierlichen Erfassung der Lagerbestände ein. Der Roboter erledigt die Inventur des Lagers in eineinhalb Stunden, ein Mensch allein benötigt dafür rund 280 Stunden.

An dem Stellantis-Standort, an dem der Roboter Dexory V2 des Robotik-Start-ups Dexory eingesetzt wird, produzieren knapp 7000 Mitarbeiter den Pickup Ram 1500. Der Roboter ist in der Lage, in knapp einer Stunde Lagerbestände auf einer Lagerfläche von etwa 3300 m² digital zu erfassen. Zusätzlich kartografiert der Roboter das Lager und erkennt, ob etwa Regale überfüllt oder Paletten schief abgestellt sind.

Der Roboter ist dazu mit Kameras, Lidar-Sensoren und Barcode-Scannern ausgestattet, die an einem ausfahrbaren Turm angebracht sind, sodass er den Lagerbestand auf mehreren Ebenen erfassen kann. Dazu fährt der Roboter unermüdlich an den Regalen entlang, sodass der reale Warenbestand möglichst aktuell abgebildet wird. Bisher erledigte das ein mehrköpfiges Mitarbeiterteam. Da der Roboter autonom arbeitet und seine Daten direkt an das Lagersystem übermittelt, werden die Mitarbeiter nun nicht mehr benötigt und für andere Aufgaben im Werk eingesetzt.

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Die erfassten Daten werden von einer Künstlichen Intelligenz (KI) DexoryView ausgewertet. Sie fließen als aktuelle Lagerbestände in das Lagersystem ein. Zusätzlich kontrolliert der KI-Roboter, ob Regale etwa überfüllt sind oder Paletten ungenau abgestellt sind, und gibt Handlungsempfehlungen weiter, um unsicher abgestellte Paletten neu zu positionieren. Das soll zugleich die Sicherheit im Lager erhöhen.

Für Stellantis stellt die Automatisierung der Lagerhaltung einen Geschwindigkeitsvorteil dar. Durch die hohe Aktualität können Bauteile, bevor sie ausgehen, rechtzeitig nachgeordert werden, sodass es zu keinen Engpässen in der Produktion kommt. Das hat positive Effekte auf die Effizienz.

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Hinzu kommt, dass der Einsatz des Roboters dem Fachkräftemangel begegnet. Viele Arbeiter mögen stupide, sich wiederholende Aufgaben nicht mehr übernehmen, sodass vielfach kein geeignetes Personal mehr gefunden werden kann. Zudem dürften Kosteneinsparungen für Stellantis eine Rolle gespielt haben. Wie hoch die Kosteneinsparungen durch den Einsatz des Dexory V2 ausfallen, kommuniziert Stellantis allerdings nicht.

(olb)