Dienstag: SpaceX übernimmt xAI, Grok-Skandal möglicherweise aus Kalkül
Elon Musk verschmilzt SpaceX mit xAI + Popularitätszuwachs durch Deepfakes + Offene Fragen um mithörende KI + EU startet Govsatcom + Luminar wird abgewickelt
(Bild: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com / heise online)
Elon Musk fusioniert zwei seiner Firmen. Das Raumfahrtunternehmen SpaceX übernimmt xAI samt dem KI-Chatbot Grok und dem sozialen Netzwerk X. Die angekündigten Pläne sind selbst für Musk hochtrabend. Der Skandal um mit dem KI-Chatbot Grok von xAI erstellte sexualisierte Deepfakes beschäftigt derweil weiter die Öffentlichkeit. Dokumente und Aussagen von mehreren früheren Mitarbeitern des Unternehmens nähren den Verdacht, die entsprechende Bildbearbeitungsfunktion könnte bewusst in Kauf genommen worden sein, um das soziale Netzwerk X interessanter zu machen. Das berichtet die Washington Post. Und Google scannt Telefonate seines US-Mobilfunkdienstes Fi Wireless mit einer KI, hält sich bei Einzelheiten aber bedeckt – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Fast konstante Sonnenenergie soll in Zukunft Elon Musks Künstliche Intelligenz Grok antreiben – mit anfangs einer Million Satelliten. Damit begründete Musk die am Montag erfolgte Übernahme seiner Firma xAI durch das ebenfalls ihm gehörende Raumfahrtunternehmen SpaceX. Zugleich verkündet der Konzernchef ambitionierte Pläne. Ob die sich umsetzen lassen, wird sich zeigen müssen. Sie könnten aber den geplanten Börsengang von SpaceX beflügeln. Elon Musk fusioniert SpaceX mit xAI: KI aus dem Weltall mit Sonnenkraft
Nach antisemitischen Ausfällen im Sommer vergangenen Jahres sorgte der KI-Chatbot Grok von Elon Musks sozialem Netzwerk X zuletzt mit der Erstellung und Verbreitung sexualisierter KI-Bilder und -Videos für Aufregung. Die US-Tageszeitung Washington Post hat mit einem halben Dutzend ehemaliger Mitarbeiter gesprochen und interne Dokumente eingesehen. Demnach unterscheidet sich die Funktionsweise von Grok von der anderer KI-Bildbearbeitungsdienste – und das wohl keineswegs zufällig. Ziel könnte gewesen sein, bewusst die Popularität von Grok zu steigern. Medienbericht: Sexualisierte Deepfakes von Grok möglicherweise aus Kalkül
Seit bald elf Jahren betreibt Google den Mobilfunkdienst Fi Wireless (vormals Google Fi, ehemals Project Fi). Telefonate routet der Konzern über eigene Server. Dort wiederum greift eine Künstliche Intelligenz (KI) ein, mit dem Ziel, Hintergrundgeräusche zu unterdrücken und gesprochenes Wort zu verstärken. Viele Fragen, vor allem zum Datenschutz, aber sind offen, darunter, ob auch internationale Verbindungen bearbeitet werden, wie lange die Daten gespeichert bleiben und was Google sonst damit macht. Mobilfunk von Google: KI lauscht mit und verbessert den Ton
Das EU-Satellitenprojekt IRIS² ist als umfassende europäische Satellitenkonstellation konzipiert. Sie soll einmal als Alternative zu Starlink von SpaceX dienen. Das System wird aus 282 Satelliten auf verschiedenen Umlaufbahnen bestehen und soll neben militärischer und behördlicher Kommunikation auch kommerzielle Internetdienste bereitstellen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund elf Milliarden Euro. In einigen Jahren soll das EU-eigene Satellitenkommunikationssystem Govsatcom in IRIS² integriert werden. Ende Januar wurde es in Betrieb genommen. Acht Satelliten aus fünf Ländern sollen verschlüsselte Verbindungen sichern. EU hat Govsatcom gestartet: Sichere Satellitenkommunikation für Regierungen
Luminar Technologies ist pleite. Der US-amerikanische Hersteller von Lidar-Sensoren schuldet über eine halbe Milliarde US-Dollar, wesentlich beeinflusst durch eine fehlgeschlagene Kooperation mit dem Autokonzern Volvo. Nun wird das Unternehmen abgewickelt. Eine Versteigerung brachte jedoch nur einen Bruchteil der Schulden. Als das Insolvenzgericht die zuvor durchgeführte Versteigerung der Vermögenswerte Luminars bestätigen sollte, trat jedoch plötzlich ein neuer Bieter mit einer deutlich höheren Summe auf. Überbot gescheitert: Luminar-Vermögen geht zum Bankrottpreis an Microvision
Auch noch wichtig:
- Autobauer BMW bestellt bei ZF Weiterentwicklung der bewährten 8-Stufen-Wandlerautomatik. Das Vertragsvolumen ist mehrere Milliarden Euro bis in die späten 2030er-Jahre. Milliardenauftrag: BMW kauft langfristig weiterentwickelte ZF 8-Gang-Automaten
- Die KI-Agenten autonomer Autos und Drohnen lassen sich mit relativ einfachen Mitteln täuschen. Was bisher nur simuliert wurde, könnte zur echten Gefahr werden. Manipulierte-Straßenschilder: Wenn das autonome Auto Fußgänger umfährt
- Forscher der University of Hongkong demonstrieren negative Lichtbrechung mit dem natürlichen Magnetmaterial CrSBr – eine Alternative zu Metamaterialien. Negative Lichtbrechung mit natürlichem Magnetmaterial demonstriert
- Eine fraktionsübergreifende Parlamentskommission des Deutschen Bundestags will die Abhängigkeit von US-Tech-Giganten beenden und verstärkt auf europäische Open-Source-Lösungen setzen. Operation Souveränität: Bundestag plant Befreiungsschlag von Microsoft & Co.
- In einem Interview bezeichnete der ADAC-Verkehrspräsident den CO₂-Preis als „richtiges Instrument“. Auf Empörung und eine Kündigungswelle folgte sein Rücktritt. 60.000 Kündigungen: ADAC-Verkehrspräsident tritt ab
- Angreifer hatten gezielt mit dem Notepad++-Updater Malware auf Systeme verfrachtet. Die Untersuchungen deuten auf staatliche Akteure. Notepad++: Updater-Übernahme durch staatliche Akteure
- Clawd alias MoltBolt alias OpenClaw ist derzeit das wohl heißeste KI-Projekt. Entwickler Peter Steinberger hat es spezifisch an den Mac angepasst. OpenClaw: KI-Client steuert Mac fern
- Googles neues KI-Tool kreiert interaktive Umgebungen aus Textvorgaben und Bildern. Die Kurse von Take-Two, Roblox und Unity verzeichneten zweistellige Verluste. Spielwelten per Mausklick: Googles neues KI-Tool lässt Gaming-Aktien purzeln
- In Tibet treffen zwei Kontinentalplatten aufeinander und türmen das weltweit höchste Gebirge auf. Satellitendaten geben überraschende Einblicke in die Details. ESA-Satellitendaten: Kontinentalplatten sind deutlich weniger starr als gedacht
- Der Raspi-Hersteller erhöht wegen des teuren Speichers noch mal die Preise. Das Topmodell Raspberry Pi 5 steigt auf über 200 Euro. Raspi-Preise steigen: 16-GByte-Version nähert sich 300 Euro
- Die seit Oktober erhältliche dritte Generation von Apples ANC-Stöpseln war ein Hit. Das Problem: Die Herstellung kam nicht hinterher. Nachfrage zu groß: Apple verlor wegen schlecht lieferbarer AirPods Pro 3 Geld
- Zwei Forscher haben eine Erklärung dafür gefunden, warum wir nahezu keine Exoplaneten finden, die Doppelsterne umkreisen. Schuld ist demnach wieder Einstein. Relativitätstheorie vs. Tatooine: Enge Exoplaneten um Doppelsterne sind instabil
- Zunächst elf Xeon 600 ab 499 US-Dollar beerben Intels w2500/3500-Workstation-CPUs. Sie haben moderne Intel-Technik und optional rasanten MRDIMM-Speicher. Xeon 600: Neue Workstation-Prozessoren mit aktueller Intel-Technik
(akn)