China: Versteckte Türgriffe an Neuwagen werden verboten
China verbietet versteckte Türgriffe in den meisten Neuwagen. Als Grund werden Sicherheitsbedenken genannt. Die Entscheidung dürfte weltweite Folgen haben.
Die heise/Autos-Redaktion war mit ihrer anhaltenden Kritik keineswegs allein: „Verschwindende“ Türgriffe wie hier am Mazda 6e (Test) sind nicht immer zuverlässig da, wenn sie gebraucht werden und dann auch schlecht zu bedienen.
(Bild: Martin Franz / heise Medien)
- dpa
Die chinesische Regierung hat ein Verbot von versteckten Türgriffen erlassen. Als Grund werden vor allem Sicherheitsbedenken angeführt. Die Behörden in dem Land mit dem weltgrößten Automarkt änderten dazu die entsprechenden Vorgaben, wie aus einer Mitteilung des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie hervorging. Betroffen sind vom kommenden Jahr an Türgriffe, die in der Autotür verschwinden können und vor Betätigung automatisch herausfahren oder sich ausklappen. Die Änderung, die ab 2027 in Kraft tritt, gilt für alle ab dann in China verkauften Neuwagen. Eine Lücke bleibt zunächst noch: Modelle, welche die Behörden bereits genehmigt hatten und kurz davorstehen, auf die Straße zu kommen, müssen die Hersteller bis 2029 umrüsten. Nicht betroffen ist die Kofferraumklappe.
Verdacht: Versagen beim Unfall
Mit der Änderung könnte China als wichtiger Akteur auf dem globalen Automarkt einen Trend in Gang setzen. Die neue Anforderung besagt, dass Autotüren von innen und außen mechanisch geöffnet werden können müssen, wie die Behörde weiter erklärte. Damit sollen Probleme wie die umständliche Bedienung der Türgriffe sowie deren Versagen beim Öffnen nach einem Unfall angegangen werden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Hintergrund ist, dass bei Autounfällen Türen mit den neuartigen Griffen, die an vielen E-Autos verbaut wurden, im Verdacht standen, versagt zu haben. Helfer, die am Unfallort Insassen befreien wollten, sollen die Türen nicht geöffnet haben können.
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Welche Modelle betroffen sind, erklärte die Behörde nicht. Die Prüfung des Türgriff-Standards lief schon länger. Laut der staatlichen Zeitung China Daily hatten Stand April 2025 von den 100 am häufigsten verkauften Elektro- und Hybridautos 60 Prozent versteckte Türgriffe. Hersteller müssen nun das Autogriff-Design betroffener Fahrzeuge verändern. Die Kosten für die Umrüstung dürften jedoch überschaubar bleiben, auch weil man die Zulieferer für klassische Türgriffe bereits kenne, hieß es von einem deutschen Hersteller in China auf Nachfrage. Neue Entwicklungen im Türgriff-Bereich, die nun von der Regeländerung betroffen seien, könnten jedoch nicht mehr verwendet werden.
(mfz)