Seltene Erden: US-Regierung investiert in Rohstoffreserven
Donald Trump möchte mit „Project Vault“ einen Vorrat an kritischen Rohstoffen und seltenen Erden aufbauen, um US-Unternehmen vor Engpässen zu schützen.
Seltene Erden bilden die Grundlage moderner Technik.
(Bild: Ivan Marc/Shutterstock.com)
Donald Trump hat ein Regierungsprogramm vorgestellt, das den Aufbau einer heimischen Reserve strategischer Rohstoffe vorsieht. Hierunter fallen kritische Materialien und seltene Erden wie Gallium und Kobalt, die wichtige Bausteine für die Herstellung von Komponenten für Autos, Computer und Smartphones liefern. Das Finanzierungsvolumen für „Project Vault“ beträgt 12 Milliarden US-Dollar. Die Reserve wird es US-Unternehmen ermöglichen, in Notfällen auf zentrale Bestände zuzugreifen und sich so gegen Engpässe und Preisschwankungen abzusichern.
„Genau wie wir seit Langem über eine strategische Ölreserve und einen Vorrat an kritischen Mineralien für die nationale Verteidigung verfügen, schaffen wir diese Reserve nun für die amerikanische Industrie“, sagte Trump bei der Ankündigung im Oval Office. 10 Milliarden US-Dollar kommen durch ein Darlehen der US-Außenhandelsbank zustande, der Rest durch privates Kapital. Mehr als ein Dutzend Unternehmen beteiligen sich an der Initiative, darunter Google, General Motors, Stellantis und Boeing.
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Das System basiert auf einer Art Abomodell: Gegen eine Gebühr und die Zusage einer späteren Abnahme sichern sich Unternehmen das Recht, eine individuelle Liste benötigter Rohstoffe bei „Project Vault“ zu hinterlegen. Die Initiative übernimmt daraufhin den Einkauf sowie die zentrale Einlagerung dieser Materialien. Die Firmen können ihre Bestände im laufenden Betrieb flexibel nutzen, solange sie für entsprechenden Nachschub sorgen. Tritt eine akute Krise in der Lieferkette ein, steht das komplette Kontingent als Sicherheitsreserve zur Verfügung.
Rohstoff-Souveränität: Wie die USA das Rohstoff-Diktat brechen wollen
Mit der Initiative reagiert die US-Regierung auf Chinas Übermacht im Rohstoffmarkt: Das Land kontrolliert 70 Prozent der Primärgewinnung und hält bei der chemischen Aufbereitung mit einem Anteil von 90 Prozent ein Quasi-Weltmonopol.
Peking nutzte diese marktbeherrschende Stellung als Hebel im Handelsstreit mit Washington. Nachdem die USA den Druck durch neue Zölle und Tech-Blockaden erhöht hatten, reagierte Peking mit Exportkontrollen, die zu kritischen Engpässen in der US-Industrie und in der EU führten. „Wir wollen niemals wieder durchmachen, was wir vor einem Jahr erlebt haben“, sagte Trump.
Zur Etablierung alternativer Lieferketten hat die US-Regierung bereits strategische Abkommen mit der Ukraine, Australien, Japan und Malaysia geschlossen. Flankiert wird diese internationale Allianz durch ein geplantes Abkommen mit der EU, um die gemeinsame Rohstoffversorgung durch engere Kooperation krisenfester zu gestalten. Gleichzeitig investiert die Trump-Administration massiv in heimische Unternehmen, um die Förderung und Verarbeitung der kritischen Materialien direkt auf US-Boden zu stärken.
(tobe)