Razzia bei X in Paris, Vorladungen für Elon Musk und Linda Yaccarino
Seit über einem Jahr ermittelt die Pariser Staatsanwaltschaft gegen X und hat die Bandbreite mehrfach ausgeweitet. Nun folgte eine Durchsuchung in Paris.
(Bild: sdx15/Shutterstock.com)
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat am Dienstag die Räumlichkeiten des Kurznachrichtendiensts X in der französischen Hauptstadt durchsuchen lassen. Das hat Parquet de Paris auf ebendiesem Kurznachrichtendienst jetzt bekannt gegeben und ergänzt, dass die Razzia von der Abteilung für Cyberkriminalität und zusammen mit Europol durchgeführt wurde. Sie erfolgte demnach im Zuge von Ermittlungen, die vor einem Jahr eingeleitet wurden und in denen es um die Algorithmen und die Auswahl angezeigter Beiträge geht. Im selben Beitrag auf X hat die Staatsanwaltschaft dann noch angekündigt, die Aktivitäten auf dem Kurznachrichtendienst einzustellen. Folgen solle man ihr nun auf LinkedIn und Instagram.
Vorladungen für Musk und Yaccarino
France24 ergänzt noch, dass die Staatsanwaltschaft darüber hinaus publik gemacht habe, dass Elon Musk und Linda Yaccarino zu Anhörungen im April vorgeladen wurden. Diese seien aber freiwillig; die beiden müssen nicht erscheinen.
Elon Musk hat 2022 Twitter gekauft und den Kurznachrichtendienst dann in X umbenannt. Yaccarino war bis Anfang Juli 2025 Geschäftsführerin des sozialen Netzwerks und damit zu jenem Zeitpunkt, um den es bei den Ermittlungen geht, in verantwortlicher Position. Ob sie die Fragen beantworten wird, ist aber unklar. Auch bei Elon Musk lässt sich zumindest bezweifeln, dass er der Vorladung nachkommen wird. Gegenüber der französischen Nachrichtenagentur hat sich der Kurznachrichtendienst X nicht zu den Durchsuchungen geäußert.
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Laut der Tageszeitung Le Figaro hat die Staatsanwaltschaft aber bereits zugesichert, dass sich die Ermittlungen nicht nur auf möglicherweise längst überholte Zustände bei X beschränken sollen. Der Algorithmus wird dort ständig überarbeitet und inzwischen hat auch der KI-Chatbot Grok immer mehr Einfluss darauf, was Nutzern und Nutzerinnen angezeigt wird. Diesen neuesten Entwicklungen soll demnach Rechnung getragen und die Ermittlungen sollen entsprechend ausgeweitet werden. Dabei sei auch explizit auf die sexuellen Deepfakes verwiesen worden, mit denen Grok nach dem Jahreswechsel weltweit für Aufsehen gesorgt hat. Auch die „Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ wurde bereits in die Ermittlungen aufgenommen.
(mho)