Meta knüpft Mitarbeiterleistung an KI-Nutzung

Meta will ein neues Tool zur Leistungsbewertung seiner Belegschaft einführen. Das soll die Nutzung von KI besonders belohnen.

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Meta-Logo auf Schild vor der Zentrale

(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der US-Konzern Meta will die Leistungen seiner Mitarbeitenden künftig daran messen, wie sehr diese KI-Tools einsetzen. Das geht aus internen Quellen hervor, die dem Branchenportal The Information vorliegen. Bereits im November vergangenen Jahres hatte Meta angekündigt, Mitarbeitende besonders prämieren zu wollen, die in der Lage sind, ihre Effizienz durch die Nutzung von KI-Anwendungen zu steigern. Nun hat das Unternehmen Maßnahmen zur konkreten Messung des KI-Gebrauchs angekündigt.

Im Rahmen einer unternehmensweiten Versammlung im vergangenen Monat informierten Führungskräfte von Meta die Belegschaft über das neue Leistungsbeurteilungs- und Bonussystem. The Information zufolge soll Checkpoint, so der Name des KI-gestützten Performance-Tracking-Tools, analysieren können, wie viele Codezeilen Softwareentwickler vibegecodet haben, also unter Zuhilfenahme von KI. Außerdem soll Checkpoint weitere 200 Datenpunke auswerten können, etwa die Anzahl von Fehlern im Code oder die Menge an Code, die ohne KI geschrieben wurde.

Laut internen Quellen, die The Information vorliegen, nutzt das Leistungsbeurteilungstool vor allem Daten, die ohnehin aggregiert werden, etwa die aus Anwendungen des Google Workspace. Checkpoint soll die ohnehin schon erfolgende Erstellung von Leistungsbewertungen beschleunigen. Das Tool sei aber kein dedizierter Aktivitätstracker, vielmehr ein Instrument zur Erfassung der Wirksamkeit, erklärte ein Personalleiter von Meta.

Checkpoint wird einem internen Memo zufolge zudem mit einem überarbeiteten Bonussystem verknüpft. Darüber berichtete Business Insider zuerst. Mitarbeitende, die innerhalb der vier Leistungskategorien eine besonders hohe Bewertung erzielen, können demnach mit Boni von bis zu 200 Prozent rechnen.

Damit Mitarbeitende ihre Wirksamkeit mittels des Einsatzes von KI steigern können, ermöglicht der Konzern nun auch den Zugriff auf KI-Modelle der Konkurrenz. Neben den eigenen Llama-Modellen können Meta-Beschäftigte nun auch Googles Gemini 3 Pro, GPT-5 von OpenAI und andere LLMs nutzen.

Insgesamt plant Meta, KI fest in das unternehmerische Tagesgeschäft zu integrieren. Die Unternehmensführung spekuliert dabei auf enorme Effizienzsteigerungen. Projekte, die früher große Teams erfordert hätten, könnten von einzelnen, hoch qualifizierten Mitarbeitenden bearbeitet werden, zitiert The Information Meta-CEO Zuckerberg.

Der Konzern hat bereits begonnen, Teile seiner Belegschaft zu entlassen. Anfang vergangenen Jahres hatte Meta angekündigt, sogenannte „Low Performer“ – Mitarbeitende, die vermeintlich wenig leisten – entlassen zu wollen. Auch in seiner KI-Abteilung und der Metaverse-Sparte hatte es zuletzt massiven Personalabbau gegeben.

Ob der Einsatz von KI die Effizienz von Unternehmen tatsächlich steigert, bleibt strittig. Einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Pwc unter Spitzenmanagern zufolge ist das in Deutschland bislang nicht der Fall: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz liefert kaum messbare Mehrwerte in der Unternehmensproduktivität – und das trotz erheblicher Investitionen.

(rah)