System-Monitoring: Glances überwacht jetzt auch NPUs und ZFS-Pools

Das Open-Source-Monitoring-Tool Glances unterstützt in Version 4.5.0 erstmals Neural Processing Units und ZFS. Zudem wurden Sicherheitslücken behoben.

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Administrator als Superheld, hängt an Ethernet-Kabel, Hochhäuser im Hintergrund, Zahnrad mit Tool-Icons im Hintergrund

(Bild: heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das plattformübergreifende System-Monitoring-Tool Glances liegt in Version 4.5.0.1 vor. Das neue Release des Open-Source-Projekts bringt Unterstützung für Neural Processing Units (NPUs), erweiterte NVMe-Metriken und natives Monitoring für ZFS. Version 4.5.0 wurde wegen kritischer Fehler kurz nach der Veröffentlichung zurückgezogen und durch 4.5.0.1 ersetzt.

Erstmals kann Glances nun die Performance von Neural Processing Units überwachen, die in modernen Prozessoren für KI- und Machine-Learning-Workloads zum Einsatz kommen. Für NVMe-Laufwerke liefert die Software erweiterte SMART-Metriken wie Temperatur, Wear-Leveling-Informationen und Fehlerstatistiken. Das native Monitoring des Dateisystems ZFS umfasst den Status von Storage-Pools, Scrub- und Repair-Vorgänge sowie I/O-Performance-Daten.

Die Entwickler haben in Version 4.5.0 mehrere Sicherheitsprobleme behoben, darunter Jinja2-Schwachstellen, die potenzielle Server-Side Template Injection ermöglichten. Betroffen waren die RestfulAPI und die WebUI von Glances. Weitere Fixes betreffen Timeout-Probleme und das Logging sensibler Informationen im Klartext. Die Sicherheitslücken wurden über das Bandit-Security-Tool identifiziert. Nutzer sollten umgehend auf Version 4.5.0.1 aktualisieren.

Zur Absicherung des RestfulAPI-Servers führt Glances eine Token-basierte Authentifizierung ein. Die Konfiguration erfolgt über die glances.conf-Datei und schützt vor unbefugtem Zugriff auf die Monitoring-Schnittstelle.

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Außerdem haben die Entwickler zahlreiche Fehler in der Web-Oberfläche korrigiert. Die CPU-Geschwindigkeitsanzeige zeigt nun korrekte Werte an. Das TIME+-Feld in der Prozessliste weist keine überhöhten Werte mehr auf. Bei der InfluxDB-Integration wurden Typ-Inkompatibilitäten für Active Monitoring Plugins (AMPs) behoben.

Eine neue Export-Option für DuckDB ermöglicht es, Monitoring-Metriken in die leichtgewichtige Datenbank zu schreiben. Die Konfiguration erfolgt über einen [duckdb]-Abschnitt in der Konfigurationsdatei. DuckDB eignet sich für schnelle SQL-basierte Ad-hoc-Analysen von Time-Series-Daten ohne separaten Datenbankserver. Mit der persistenten Speicherung in DuckDB lassen sich Performance-Trends über längere Zeiträume identifizieren – beispielsweise um Engpässe oder Muster im Systemverhalten zu erkennen.

Das neue Release verbessert die AMD-GPU-Unterstützung durch bessere Erkennung von Grafikkartennamen über die amdgpu.ids-Datei. In der Prozessliste zeigt Glances nun an, auf welchem CPU-Core ein Prozess läuft. Diese Information hilft bei der Diagnose von Core-Bottlenecks, NUMA-Problemen und Scheduling-Fehlern.

Alle Informationen zu Glances 4.5.0 beziehungsweise 4.5.0.1 finden sich in den Release Notes auf GitHub. Die Version 4.4.0 hatte bereits eine Python-API und einen Snapshot-Modus eingeführt.

Glances läuft auf GNU/Linux, BSD, macOS und Windows. Die Installation erfolgt über pip install --upgrade glances oder als Docker-Container via docker pull nicolargo/glances:latest. Die Docker-Build-Pipeline wurde in der neuen Version ebenfalls verbessert.

(fo)