KI-Bots auf Whatsapp: EU-Kommission droht Meta mit Zwangsmaßnahmen

Meta hindert Konkurrenten am Zugang zu einer API für Whatsapp-Daten und handelt damit wettbewerbswidrig, mahnt die EU-Kommission – und droht mit Konsequenzen.

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Screenshot der Meta AI in WhatsApp

(Bild: Hengki Tj/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die EU-Kommission ist der Ansicht, dass Meta seinen Konkurrenten den Zugang zu Whatsapp-Daten erschwert und damit gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstößt. Am Montag hat die Kommission dem Konzern ihre Erkenntnisse übermittelt und fordert Meta auf, die Zugangshürden bis zum Abschluss der Untersuchung abzubauen. Anderenfalls drohen Zwangsmaßnahmen.

Bei der Untersuchung geht es um die „Whatsapp Business Application Programming Interface Terms“, also die Regeln für den Zugriff auf eine bestimmte Schnittstelle. Der Konzern schließe Bots von Drittanbietern vom Zugriff auf diese API aus und bevorzuge damit die eigene Meta AI, betont die Kommission.

Nach den Kriterien des europäischen Gesetzes für Digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) ist Whatsapp ein besonders wichtiger Dienst. Für solche „Gatekeeper“ gelten verschärfte Bedingungen, insbesondere für das Verhalten gegenüber Mitbewerbern. Meta muss der EU-Kommission nun darlegen, wie sich der Konzern verhalten will. Auch eine Entkräftung der Vorwürfe ist grundsätzlich möglich.

Meta argumentierte bislang, dass die KI-Chatbots, die auf Whatsapp aufsetzen, die Business-API zu stark beansprucht hätten. Allerdings gibt es für Metas eigene Dienste wohl keinerlei Restriktionen. Aus Sicht der EU-Kommission ist das ein Indiz dafür, dass Meta gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung und das Verbot, sich selbst zu bevorzugen, verstoßt.

Meta sieht keinen Grund für die EU einzugreifen. Die EU-Kommission gehe fälschlicherweise davon aus, dass die Schnittstelle bei Whatsapp ein wichtiger Vertriebskanal für diese Chatbots sei, erklärt ein Sprecher. „Es gibt viele KI-Optionen, die über App-Stores, Betriebssysteme, Geräte, Websites und Industriepartnerschaften genutzt werden können.“

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Bei dem Anfang Dezember 2025 angestoßenen Verfahren handelt es sich um die erste relevante Anwendung des Digital Markets Act (DMA) auf Produkte und Schnittstellen im Bereich Künstlicher Intelligenz. „KI-Märkte entwickeln sich mit rasanter Geschwindigkeit, weshalb auch wir zügig agieren müssen“, meint die zuständige Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera.

Es gehe nun darum, den Zugang für Wettbewerber zu Whatsapp sicherzustellen, solange die Untersuchung laufe, betont die Kommission, die so „irreparable Schäden für den Wettbewerb“ in Europa verhindern will. Wie mögliche Zwangsmaßnahmen aussehen könnten, ist offen. Bis es dazu kommt, hat Meta jetzt die Gelegenheit, auf die Vorwürfe zu reagieren.

(vbr)