ChatGPT führt Werbung in den USA ein

OpenAI testet Werbung auf dem US-Markt. Das Unternehmen verspricht eine strikte Trennung von Anzeigen und KI-Antworten und die Einhaltung des Datenschutzes.

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ChatGPT-App auf einem Smartphone

Vom No-Go zum neuen Standard: OpenAI öffnet sich für Anzeigen.

(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)

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OpenAI führt erstmals Werbung im KI-Chatbot ChatGPT ein. Wie im Januar angekündigt, beschränken sich die Anzeigen auf die Gratisversion von ChatGPT sowie die günstigste Bezahlvariante „ChatGPT Go“, die im vergangenen Monat weltweit eingeführt wurde. Die teureren Abo-Varianten Plus und Pro sowie die Angebote Business, Enterprise und Education werden keine Werbung enthalten. Die Anzeigen sind vorerst auf die USA beschränkt.

OpenAI schreibt, dass die Einführung von Anzeigen von fünf zentralen Prinzipien geleitet wird. So sollen Anzeigen keinen Einfluss auf die generierten Antworten der KI haben und optisch deutlich als solche gekennzeichnet sein. Werbetreibende erhalten keinen Zugriff auf Chatverläufe, persönliche Details oder gespeicherte Erinnerungen, sondern lediglich anonymisierte Leistungsdaten wie Klickzahlen. Die Auswahl der ausgespielten Werbung basiert auf der Relevanz zum aktuellen Chat-Thema sowie vergangenen Interaktionen. So könnten bei einer Rezeptsuche beispielsweise Anzeigen erscheinen, die mit Kochen oder Lieferdiensten für Lebensmittel zu tun haben. Anzeigen für Minderjährige sowie Werbeinhalte aus den Bereichen Gesundheit oder Politik schließt OpenAI vorerst aus.

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Nutzer können einzelne Anzeigen ausblenden lassen, Feedback abgeben und personalisierte Werbung jederzeit in den Einstellungen verwalten oder deaktivieren. Wer keine Werbung sehen möchte, kann auf ein teureres Abo wechseln oder die Werbung in der kostenlosen Version abschalten, was im Gegenzug die Anzahl der täglichen Gratis-Nachrichten reduziert.

Hatte Sam Altman, CEO von OpenAI, Anzeigen noch vor Kurzem als „letzten Ausweg“ abgetan, so ist die Kehrtwende nun deutlich schneller eingetroffen als erwartet. Der Druck durch die wachsende Konkurrenz und die Verluste in den Milliarden scheinen den Sinneswandel beschleunigt zu haben. Erst vergangene Woche machte sich der Rivale Anthropic mit einem Super-Bowl-Werbespot über den Kurswechsel bei OpenAI lustig.

Das Unternehmen selbst führt die wirtschaftliche Notwendigkeit ins Feld. OpenAI argumentiert, dass der stabile Betrieb von Gratis- und Go-Version immense Summen für die Infrastruktur verschlinge. Letztlich gehe es schlichtweg darum, einen breiteren und höherwertigen Zugang zu diesen Angeboten aufrechtzuerhalten.

Die aktuelle Werbephase ist als Testlauf angelegt und soll langfristig deutlich ausgeweitet werden, schreibt OpenAI.

(tobe)