Vibe-Coding: Nothing Phone (3) erhält Playground-Beta für App-Widgets

Nothing hat den Playground für das Phone (3) freigegeben. Damit sollen Nutzer sich per Vibe-Coding eigene Mini-Apps basteln.

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Nothing Phone (3) am Ohr eines Mannes

Nothing Phone (3) Nutzer können den KI-Playground als Beta ausprobieren.

(Bild: Nothing)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das KI-Tool Playground wurde bereits angekündigt, nun steht es Besitzerinnen und Besitzern des Phone (3) als Beta zum Ausprobieren bereit. Das Vibe-Coding-Tool soll ein erster Grundpfeiler für das kommende KI-basierte Betriebssystem Essential OS sein, das persönlicher und mit einer generativen Bedienoberfläche kommen soll. Für die Entwicklung einer persönlichen, generativen Benutzeroberfläche samt KI-nativer Plattform hatte Nothing im letzten Jahr 200 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Für die Erstellung, das Teilen und Herunterladen von Widget-Kreationen für den Homescreen dienen der „Playground“ und die sogenannten „Essential Apps“. Bei letzteren handelt es sich um personalisierte Apps, die Nutzerinnen und Nutzer „in Sekunden per natürlicher Sprache erstellen“ können, erklärt das Unternehmen. Ferner sollen Nutzer Apps über die Plattform auch remixen können, also bestehende Apps nach eigenen Wünschen anpassen.

Nothing stellt sich die mobile Plattform der Zukunft hoch individualisiert vor: Man könne einfach in natürlicher Sprache beschreiben, was man gerade für Funktionen oder Tools benötigt, etwa: „Scanne die Belege aus Fotos und exportiere jeden Freitag ein fertiges PDF über alle Finanzen“. Alternativ soll die KI dazu in der Lage sein, vor Meetings ein einseitiges Briefing basierend auf der Kalendereinladung und dem E-Mail-Thread zu generieren oder einen „Mood-Tracker“ zu kreieren, der sich mit einer Playlist synchronisiert. Diese Apps sollen dann einfach auf dem Homescreen abgelegt werden.

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Der Playground ist übrigens keine App, sondern eine Weboberfläche, die über einen Browser aufgerufen wird. Hier findet man neben bereits erstellten Widgets auch Mini-Apps für das Dot-Matrix-Display des Phone (3), „Glyph Toys“, „Camera Presets“ sowie EQ-Profile.

Nothing will mit Essential Apps

(Bild: Nothing)

Die bereits eingestellten App-Widgets umfassen unter anderem Mini-Spiele wie Tic-Tac-Toe, oder einen virtuellen Fidget-Spinner, sowie eine Notizen-App, als auch Uhren oder Formel-1-Termine und mehr. Diese von der Community und Nothing-Mitarbeitern entwickelten Apps können allesamt auf dem Phone (3) installiert werden. Laut dem Unternehmen hat man das Phone (3) als Testgerät gewählt, da es das leistungsfähigste Modell ist; vollkommen verständlich ist diese Einschränkung jedoch nicht, da das Tool rein cloudbasiert ist. Allerdings heißt es, dass es irgendwann auch auf allen Geräten mit NothingOS 4.0 landen soll.

Das Erstellen eigener App-Widgets erfolgt über Vibe-Coding und nur auf Englisch: Man schreibt in ein Fenster möglichst genau, was die App können soll. Daraufhin fängt das Tool an zu arbeiten, nach wenigen Minuten erscheint ein Widget, das entweder 2×2 oder 4×2 groß sein kann. Entspricht das Tool nicht den Vorstellungen, kann über das Textfeld nachjustiert werden. Nutzer mit Programmierkenntnissen können außerdem im generierten App-Code Finetuning betreiben.

Playground: Essential Apps mit Vibe-Coding-Oberfläche.

(Bild: heise medien)

Playground: Essential Apps mit Blick auf den erstellten Code.

(Bild: heise medien)

Der Versuch, ein Widget zu erstellen, in dem kommende Heimspiele des Bundesligisten Werder Bremen angezeigt werden sollen, lieferte kurioserweise keine aktuellen Daten, sondern nur zurückliegende.

Nothing ist derweil nicht das einzige Unternehmen, das daran arbeitet, eine mobile KI-Plattform zu entwickeln: Auch die großen Player wie Google und Apple verfolgen ähnliche Ansätze. Geräte sollen proaktiver und für Nutzer stärker zum persönlichen Assistenten werden. Mit Googles Gemini sollen künftig etwa Apps gesteuert oder andere Dinge erledigt werden können. Nothing ist offenbar in guter Gesellschaft, was die Individualisierung von Smartphones per KI angeht.

(afl)