„Geht definitiv nicht um Hunde“: Kritik an KI-Funktion für die Ring-Kameras
Ring-Kameras können automatisch nach verlorenen Hunden suchen, dank KI. Eine Werbung für „Search Party“ beim Super Bowl sorgt nun für Kritik an der „Dystopie“.
Ausschnitt aus der Werbung
(Bild: Amazon Ring)
Nach einer Super-Bowl-Werbung von Ring für eine Funktion von dessen Türkameras wächst die Kritik an der „dystopischen“ Technik. Beworben hat die Amazon-Tochter „Search Party“ als KI-gestützte Hilfe bei der Suche nach verloren gegangenen Hunden. Dafür können Hundebesitzer und -besitzerinnen ihre Haustiere melden und eine KI-gestützte Suche über alle Ring-Kameras in der Nachbarschaft veranlassen. Läuft das gesuchte Tier durch das Sichtfeld einer dieser Geräte, soll man automatisch darauf hingewiesen werden. „Es bedarf keiner besonderen Vorstellungskraft, sich vorzustellen, dass das gegen mutmaßliche Straftäter, Einwanderer ohne Papiere oder Personen, die Anwohner als ‚verdächtig’ einstufen, eingesetzt werden könnte“, fasst das Technikmagazin 404 Media zusammen.
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Auf YouTube gibt es zahlreiche Kommentare unter dem Video, die das ähnlich sehen, immer wieder ist hier von „dystopisch“ die Rede. Aber auch aus der Politik gibt es Kritik, der Senator Ed Markey (Demokraten) teilt die Kritik und schreibt, „hier geht’s definitiv nicht um Hunde – hier geht’s um Massenüberwachung“. Auf Bluesky weist er darauf hin, dass das Unternehmen die eigenen Kameras schon um Gesichtserkennung ergänzt und ihm erklärt habe, dass sie dafür nicht um Zustimmung bitten würden. Gegenüber 404 Media bezeichnet der Datenschutzexperte Chris Gilliard den Werbeclip als „ungeschickten Versuch“, der umfassenden und vernetzten Überwachung durch eine Firma mit engen Verbindungen zu Strafverfolgungsbehörden „ein freundliches Gesicht zu geben“.
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Ring stand schon öfter wegen dieser engen Verbindungen in der Kritik, die sind eng mit dem Gründer des Unternehmens verbunden. Unter der Regie von Jamie Siminoff wurden einst Kooperationen mit der Polizei eingeführt, die den Behörden einen direkten Zugriff auf Kameraaufnahmen ermöglichten. Während seiner zweijährigen Abwesenheit wurde das zurückgefahren. Nach seiner Rückkehr im vergangenen Jahr folgte die Kehrtwende. Seit Einheiten der US-Bundesregierung aber scheinbar wahllos Menschen festnehmen und dafür auch auf moderne Überwachungstechnik zurückgreifen, hat sich die Stimmung in den USA gedreht. Vor diesem Hintergrund ist die Kritik an der Werbung für eine in den USA weitverbreitete Technik jetzt weniger überraschend.
(mho)