Militärische Unterwasserdrohne dockt an Schiffe zur stromsparenden Fortbewegung
Eine militärische Unterwasserdrohne heftet sich an Schiffe und U-Boote, um energiesparend in ihr Einsatzgebiet zu gelangen. Dabei lädt sie ihre Batterien auf.
Das Lamprey-AUV dockt an ein Schiff an (Rendering).
(Bild: Lockheed Martin)
Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat eine autonome Unterwasserdrohne für den militärischen Einsatz entwickelt, die sich zur energiesparenden Fortbewegung in den Ozeanen an eigene Schiffe und U-Boote sowie die befreundeter Militärpartner heften kann. Das teilte der Konzern am Montag mit. Das Lamprey Multi-Mission Autonomous Undersea Vehicle (AUV) kann so größere Strecken überwinden, ohne dafür selbst Energie aufwenden zu müssen. Zugleich lädt die Unterwasserdrohne dabei über Mini-Turbinen ihre internen Batterien auf.
Viele Informationen gibt Lockheed Martin über das Lamprey-AUV nicht. So ist etwa die Größe der Unterwasserdrohne, ihr Gewicht und elektromotorischer Antrieb unklar. Der Rüstungskonzern verrät lediglich, dass es einen Nutzraum von rund 0,68 m³ haben soll, der je nach Missionsart etwa mit leichten U-Boot-Abwehrtorpedos, Störgeräten für die elektronische Kampfführung, akustische Täuschkörper zur Nachahmung anderer Schiffe oder elektronisches Aufklärungsequipment ausgestattet werden kann. Aus drei ausfahrbaren Doppelrohrwerfern kann Lamprey nach dem Auftauchen Luftdrohnen absetzen, die dann etwa Aufklärungsflüge durchführen.
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Lampreys Aufgabe ist es, am Meeresboden – auch längere Zeit – auszuharren, bis der Startbefehl zu einer Militärmission kommt. Lamprey kann dabei mit anderen Unterwasserdrohnen gleichen Typs zusammenarbeiten, die unterschiedlich ausgestattet sein können. Sie ergänzen sich dann im Team, um etwa ein gemeinsames Missionsziel zu erreichen. Durch die Verteilung der Aufklärungs- und Angriffsfähigkeiten auf mehrere autonome Systeme und der Möglichkeit, am Meeresboden über längere Zeiträume ausharren zu können und auf den Einsatz zu warten, sind die Aufklärung und Bekämpfung durch den Feind erschwert.
Mitreisende Unterwasserdrohne
Das große Problem bei Unterwasserdrohnen ist allerdings der hohe Energiebedarf der elektrischen Triebwerke zur Fortbewegung in das Zielgebiet und zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung der elektrischen Systeme wie Computer, Sensoren und Subsysteme. Um trotzdem größere Strecken unter Wasser stromsparend überwinden zu können, haben die Lockheed-Martin-Ingenieure das Lamprey-AUV mit einer Andockvorrichtung ausgestattet. Damit kann sich die Unterwasserdrohne an Schiffe und U-Boote der U.S. Navy oder denen verbündeter Nationen anheften und mit ihnen mitfahren – ähnlich, wie es Schiffshalterfische bei Haien tun, die an ihnen andocken und mitreisen.
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Die Lamprey-Unterwasserdrohne nutzt die Mitfahrgelegenheit zusätzlich zum Aufladen der eigenen Batterien, um so im Zielgebiet mit geladenen Energiespeichern voll einsatzbereit zu sein. Dazu werden Turbinen verwendet, die über die Wasserströmung Strom erzeugen.
Lockheed Martin hat die Entwicklung des Lamprey-AUVs selbst finanziert, ist also kein vom Pentagon gesteuertes RĂĽstungsprojekt.
(olb)