Wegen Drohnen oder Partyballon? Aufregung um FlughafenschlieĂźung in El Paso
Der Flughafen von El Paso in Texas wurde am Mittwoch erst für zehn Tage geschlossen und Stunden später wieder freigegeben. Berichte dazu widersprechen sich.
(Bild: Jeff Schultes/Shutterstock.com)
In den USA sorgt die plötzliche Schließung des internationalen Flughafens der Großstadt El Paso in Texas für Aufregung, vor allem weil die Stellungnahmen der Regierung und Medienberichte über die Gründe stark voneinander abweichen. Zudem war die für die Schließung verantwortliche Sperrung des Luftraums anfangs auf zehn Tage festgesetzt, ein beispiellos langer Zeitraum für einen derart großen Flughafen. Schon nach zehn Stunden wurde der Flughafen aber wieder geöffnet. Laut dem US-Verkehrsminister war ein Drohnenangriff eines Drogenkartells neutralisiert worden. Die New York Times berichtet aber, dass die Schließung auf einen nicht ausreichend vorbereiteten Einsatz eines Anti-Drohnen-Lasers zurückgeht, der dann aber nur einen „Partyballon“ aus dem Himmel geholt habe.
Drohne abgeschossen – oder Partyballon?
Die Sperrung des Luftraums und die daraus resultierende Schließung des Flughafens waren am gestrigen Mittwoch ohne jegliche Vorwarnung von der US-Luftfahrtaufsicht FAA angeordnet worden. In einem Liveticker der El Paso Times lässt sich nachlesen, wie unvorbereitet die Politik in der Stadt an der Grenze zu Mexiko war: Abgeordnete haben versucht, Informationen über die Hintergründe zu bekommen. Vor allem der lange Zeitraum, für den die Maßnahme ursprünglich angeordnet wurde, sorgte für Besorgnis. Ebenso plötzlich wurde die Sperrung dann nach wenigen Stunden wieder aufgehoben, der für die Aufsicht der FAA zuständige US-Verkehrsminister Sean Duffy hat dann auf X über den angeblichen Drohnenangriff geschrieben. Es bestehe jetzt keine Gefahr mehr, hat er versichert.
Unter Berufung auf mehrere anonyme Quellen berichtet die New York Times aber inzwischen, dass das US-Militär einen Anti-Drohnen-Laser eingesetzt hat, ohne das mit der US-Luftfahrtaufsicht zu koordinieren. Aus Sicherheitsgründen habe die FAA deshalb rasch den Luftraum geschlossen, und zwar gleich für zehn Tage. Während es von den Verantwortlichen für die Antidrohnenwaffe jetzt heißt, dass damit Geräte abgeschossen worden seien, die von Drogenkartellen für den Schmuggel über die Grenze eingesetzt werden, hätten mehrere der Quellen versichert, dass damit lediglich ein Partyballon abgeschossen wurde. Dazu hätte sich keines der zuständigen Ministerien oder die FAA geäußert.
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Das US-Magazin ArsTechnica weist noch darauf hin, dass Drohnen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko ein großes Problem darstellen würden. Drogenkartelle würden versuchen, damit Standorte der US-Grenzpolizei ausfindig zu machen, um ihre eigenen Aktivitäten vor denen verstecken zu können. Warum genau die FAA sich zu dem drastischen Schritt entschieden hat, ist aber unklar. El Pasos Bürgermeister hat den Schritt scharf kritisiert. In Deutschland hat die Bundespolizei erst vor wenigen Wochen eine neue Einheit aufgestellt, die Flughäfen und andere sicherheitsrelevante Orte besser und schneller vor Drohnen schützen soll. Unter bestimmten Umständen darf sogar die Bundeswehr gegen solche Geräte tätig werden.
(mho)