Zugriff nur noch per VPN: Russland blockiert jetzt auch WhatsApp komplett

Der Kreml hat das Vorgehen gegen die beliebtesten Messenger weiter verschärft. Nach Telegram wird jetzt auch der Zugriff auf WhatsApp gesperrt.

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WhatsApp-Logo auf einem Smartphone, das in einer Hand liegt.

(Bild: DenPhotos(Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Russlands Internetaufsicht hat begonnen, den Zugriff auf WhatsApp komplett zu unterbinden. Das berichtet die BBC unter Berufung auf einen Sprecher des Kremls, während der Messenger selbst den Schritt ebenfalls publik gemacht hat. Am Donnerstag habe die russische Regierung den Versuch begonnen, WhatsApp ganz zu sperren, heißt es in einem Beitrag von WhatsApp auf X. Damit würde mehr als 100 Millionen Menschen der Zugang zu privater und sicherer Kommunikation genommen. Laut der Moscow Times kann man in Russland noch per VPN-Dienst auf den Messenger zugreifen, unklar ist, wie lange das so bleibt. Mit dem Schritt will Moskau die Menschen zur Nutzung des Messengers MAX drängen, kurz vorher war schon der Zugriff auf Telegram beschränkt worden.

Die Sperrung von WhatsApp erfolge „aufgrund der Weigerung des Unternehmens Meta, sich an die Vorschriften und den Wortlaut des russischen Gesetzes“ zu halten, behauptet der Kremlsprecher Dmitri Peskow. Gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass erklärte er, dass der Dienst wieder uneingeschränkt funktionieren könnte, wenn sich WhatsApp an die Gesetze hält und zum Dialog bereit sei. WhatsApp selbst hat versichert, alles tun zu wollen, damit die Menschen weiter verbunden bleiben können. Russlands Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadzor hat immer wieder behauptet, dass WhatsApp zur „Organisation terroristischer Aktivitäten im Land genutzt“ und für „Betrug und zur Erpressung von Geld von Bürgern eingesetzt“ werde.

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In Russland werden die beliebtesten Messenger schon seit einer Weile eingeschränkt, bei WhatsApp etwa waren Audioanrufe nur noch möglich, wenn man den Dienst per VPN genutzt hat. Beschränkt war auch die Nutzung von Telegram und iMessage. In dieser Woche hat die Regierung den Druck nun weiter erhöht. Erklärtes Ziel des Kreml ist es, die Nutzung des vom Staat geförderten Messengers MAX voranzutreiben. Der muss schon seit dem Sommer auf allen verkauften Smartphones und Tablets vorinstalliert sein. In dem Land gibt es jetzt hauptsächlich Kritik an den Maßnahmen gegen Telegram, der Dienst ist für die Wirtschaft von enormer Bedeutung, zahlreiche Medien und Internetunternehmen nutzen ihn zur Kommunikation.

(mho)