Proteste niedergeschlagen: USA haben 6000 Starlink-Antennen in den Iran gebracht
Im Januar hat die Islamische Republik das Internet gesperrt und Proteste blutig niedergeschlagen. Dann haben die USA Starlink-Antennen in das Land geschmuggelt.
(Bild: Masmikha/Shutterstock.com)
Nachdem das iranische Regime die größten Proteste seit Jahrzehnten mit größter Brutalität niedergeschlagen hat, hat die US-Regierung heimlich rund 6000 Starlink-Antennen in das Land geschmuggelt. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf anonyme Quellen und ergänzt, dass Regimekritiker und -kritikerinnen damit online gehen sollten. Um die Maßnahme zu finanzieren, seien unter anderem Geldmittel gestrichen worden, mit denen VPN-Anbieter unterstützt wurden. Dies ist das erste Mal, dass die USA Starlink-Terminals direkt in den Iran schicken – bisher wurden sie nur privat geschmuggelt. Was damit geschehen ist, schreibt die US-Zeitung nicht. Für die Nutzung der Technik hat die Islamische Republik heftige Strafen verhängt.
Die Proteste im Iran haben vor dem Jahreswechsel begonnen, am 8. Januar hat das Regime dann alle Zugänge zum Internet gesperrt. An diesem Tag waren Millionen Menschen im ganzen Land gegen das Regime auf die Straße gegangen. In den beiden Tagen nach der Sperrung des Internets sind womöglich mehr als 30.000 Menschen getötet worden. Während das Internet blockiert war, sind Informationen nur tröpfchenweise aus dem Land gedrungen, immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass das hauptsächlich dank Starlink möglich war. Über die mobilen Antennen lassen sich Verbindungen zu Satelliten aufbauen, staatliche Stellen können das nur begrenzt verhindern. Wohl auch deshalb versucht der Iran inzwischen, vor den Vereinten Nationen dagegen vorzugehen.
Trump: „Hilfe ist unterwegs.“
Das Wall Street Journal weist jetzt darauf hin, dass das Regime in Teheran den USA immer wieder vorgeworfen hat, bei den Protesten eine Rolle gespielt zu haben. Die Demonstrationen hatten sich nach dem jüngsten Wertverfall der Landeswährung entzündet. Während die US-Regierung diese Vorwürfe immer zurückgewiesen hat, macht die Enthüllung jetzt deutlich, dass sie mehr unternommen hat, um die Menschen zu unterstützen, als bislang bekannt war. Den Bericht hat das Weiße Haus aber nicht kommentiert. Während der Proteste hatte US-Präsident Donald Trump die Menschen im Iran aufgefordert, weiter zu demonstrieren und versprochen: „Hilfe ist unterwegs.“
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Das Satelliteninternet Starlink von SpaceX gibt es seit 2019, mehr als 9600 aktive Satelliten liefern auf allen Kontinenten schnelle Internetverbindungen. Die dafür nötigen Antennen werden seit Jahren in das Land geschmuggelt, zuletzt hieß es, dass dort schon 50.000 eingesetzt würden. Ob da die 6000 neuen der USA mitgezählt wurden, ist unklar. Starlink ist inzwischen auch so alt und die Protestwellen im Iran so häufig, dass die aktuelle nicht einmal die erste ist, in der Starlink bei der Kommunikation mit der Welt geholfen hat. Im Herbst 2022 hat Elon Musk den Dienst erstmals für die Islamische Republik freigeschaltet. Damals war die nötige Infrastruktur am Boden aber noch nicht weit genug ausgebaut. Das hat sich inzwischen geändert.
(mho)