Montag: Filmbranche gegen KI-Videoclips, Kritik an KI-Firmen von Ex-Mitarbeitern

Disney gegen ByteDance + Sicherheitsexperten gegen KI-Firmen + Kryptologe fĂĽr KI-Regulierung + Metas VR-Tastatur in der Praxis + Stand deutscher Gasversorgung

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Frau mit Tablet und Junge mit Handy auf Rücksitzbank eines Autos; Montag: KI-Urheberrechtsverstöße, KI-Gefahren, KI-Monopole, Tastatur-Projektion & Gasversorgung-Status

(Bild: Monkey Business Images/shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Disney wehrt sich mit einem Unterlassungsschreiben gegen eine neue KI-Software des TikTok-Eigentümers ByteDance, die realistische Videoclips erzeugen kann. Denn KI-Videosoftware ist zuletzt immer besser geworden. Doch Netflix zeigt keine Angst vor KI. Zwar könne KI coole Actionszenen erstellen, die Kunst des Geschichtenerzählens fehle jedoch. Innerhalb der KI-Firmen werden derweil die Grenzen mancher Mitarbeiter überschritten. Dazu gehört Mrinank Sharma, der bei Anthropic ein KI-Sicherheitsteam leitete und sich nach seiner Kündigung der Poesie widmen will. Er ist der nächste Ex-Mitarbeiter von KI-Firmen mit Bedenken. Denn kurz darauf verließ eine KI-Forscherin OpenAI und verlautete öffentlich Kritik. Diese ist auch vom renommierten Kryptologen Bruce Schneier zu hören. Er sieht in KI zwar das Potenzial, Software sicherer zu machen, warnt aber vor Monopolen und fordert eine starke Regulierung, vor allem seitens der EU. Digital Markets Act, Digital Services Act und KI Act bezeichnet er als gut. Dagegen gebe es in den USA derzeit kaum noch Wettbewerbsaufsicht – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Hollywood geht gegen eine neue KI-Software des TikTok-Eigentümers ByteDance vor, die realistische Videoclips erzeugen kann. Disney schickte ByteDance wegen des KI-Modells Seedance 2.0 ein Unterlassungsschreiben. Der Konzern verwies dabei darauf, dass in den per KI erzeugten Clips unerlaubt Figuren etwa aus „Star Wars“ und dem Marvel-Superhelden-Universum vorkamen. Seedance 2.0 hatte diese Woche zunächst mit einem per KI erzeugten Video, das die Hollywood-Superstars Tom Cruise und Brad Pitt im Kampf auf einem Hausdach zeigt, die US-Filmbranche aufgeschreckt. In der Branche gibt es insgesamt die Sorge, dass KI menschliche Kreativität verdrängen könnte, zum Beispiel da es billiger wird, Szenen am Computer zu generieren, als sie zu drehen: Disney geht nach KI-generierten Star-Wars- und Marvel-Clips gegen Bytedance vor.

Doch KI-Firmen werden auch von ehemaligen Mitarbeitern kritisiert. So hat kürzlich ein leitender Sicherheitsforscher für Künstliche Intelligenz Anthropic verlassen, weil er die Welt in Gefahr sieht. Mrinank Sharma begründet diese kryptische Warnung aber nicht nur mit der Entwicklung von KI, sondern auch mit biologischen Waffen und aktuellen globalen Krisen. In einem Abschiedsbrief an Kollegen nach seiner Kündigung erwähnt er aber auch den von ihm verspürten Druck innerhalb Anthropics, was beiseiteschieben würde, was wirklich zählt. Mit diesen Bedenken ist er nicht allein. Nur einen Tag nach der Kündigung Sharmas verließ eine KI-Forscherin OpenAI. Sie kritisierte vor allem die neu eingeführte Werbung bei ChatGPT: KI-Sicherheitsexperte kündigt bei Anthropic und sieht die Welt in Gefahr.

Die KI-Firmen werden zudem von externen Experten kritisiert, etwa von Bruce Schneier. Er hat Verschlüsselungsalgorithmen entwickelt und warnte schon 2007 vor dem nicht-zufälligen Zufallszahlengenerator im NIST-Standard Dual_EC_DRBG. Zugleich gehört Schneier zu den „Techies“, die seit Jahren raten, Sicherheit für die Nutzer auch durch Regulierung und Wettbewerbsaufsicht abzusichern. Für KI gilt das ebenso, sagt der Harvard-Forscher und Buchautor. Europa darf, so sein Rat, die gerade aufgestellten Regeln in diesem Bereich nicht abschwächen. Denn in den USA gebe kaum noch Wettbewerbsaufsicht, weil Geld und Politik zusammenstecken und die Finanzwelt das nicht will. Er setzt daher auf die EU für Sicherheit durch KI: Bruce Schneier warnt vor Monopolen und fordert Regulierung.

Die Oberflächen-Tastatur ist eine neue Funktion für das VR-Headset von Meta Platforms, die mit Horizon OS 85 eingeführt wurde. Sie wird derzeit schrittweise für Nutzer freigeschaltet. Laut den Versionshinweisen wird ausschließlich Meta Quest 3 unterstützt. Quest 3S sowie ältere Headsets bleiben vorerst außen vor. Da es sich um eine experimentelle Funktion handelt, müssen Sie sie in den Einstellungen unter „Experimentell“ zunächst aktivieren. Um die Oberflächen-Tastatur zu nutzen, müssen Sie die Hände flach auf die gewünschte Oberfläche legen. Nach einem kurzen Scanvorgang erscheinen die flachen Umrisse von Tastatur und Touchpad auf dem Tisch. Technisch gesehen ist es eine kleine Meisterleistung: Was taugt Metas futuristische neue Eingabemethode der Oberflächen-Tastatur?

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Dauerfrost, Schnee und Eis: Genau in so einem Winter steigt der Gasbedarf. Öffentlichkeit und Politik sind seit der Kürzung der Gaslieferungen aus Russland 2021/22 sensibilisiert. „Gasspeicher leeren sich rapide immer schneller!“, heißt es in aufmerksamkeitsheischenden Videos auf YouTube. Auf TikTok, X und in der Bild wird Panik geschürt: Müssen wir alle erfrieren? Und wer ist daran schuld? Tatsächlich läuft in diesem Winter manches nicht rund. Wenn der Winter so kalt ist, friert die Ostsee stellenweise zu. Das ist ein Problem für die Energieversorgung. Zuletzt konnten Schiffe mit LNG die Terminals deshalb nicht anfahren oder verlassen. Doch das Staat verweist auf ausreichend gefüllte Gasspeicher und sieht keinen Handlungsbedarf. Dazu eine Betrachtung im Missing Link: Gasversorgung – Zwischen echten Problemen und Panikmache.

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(fds)