Bieterstreit: Neues Paramount-Angebot bringt Warner ins Grübeln
Bislang stand der Warner-Vorstand geschlossen zum Übernahmeangebot von Netflix. Aber ein neuer Vorschlag von Paramount könnte nun doch zu Verhandlungen führen.
(Bild: PhotoGranary02/Shutterstock.com)
Paramount macht im Bieterwettstreit um das Medienunternehmen Warner Bros. Discovery offenbar Fortschritte: Einem Bericht von Bloomberg zufolge könnte das jüngste Angebot von Paramount den Warner-Vorstand nun doch dazu bewegen, offiziell in Verhandlungen mit Paramount zu treten.
Bislang stand der Warner-Vorstand geschlossen hinter dem Angebot von Netflix, das die Vorstandsmitglieder öffentlich weiterhin den Aktionären empfehlen. Feindliche Übernahmeangebote von Paramount lehnte Warner bisher entschieden ab. Doch laut Bloomberg erwägt das Medienunternehmen nun, Gespräche mit Paramount zu eröffnen. Das hätten nicht näher genannte Insider dem Wirtschaftsmagazin berichtet.
Paramount hatte in der vergangenen Woche sein jüngstes Übernahmeangebot für Warner Bros. vorgelegt. Darin bietet Paramount unter anderem an, auch die Summe von 2,8 Milliarden US-Dollar zu zahlen, die Warner Netflix bei Nichtzustandekommen einer Übernahme zugesichert hat.
Bedenken bleiben
Laut Bloomberg bleiben bei Warner Zweifel an dem Paramount-Angebot. Unter anderem hatte der Vorstand die Finanzierung des Deals kritisiert, an der sich neben Private-Equity-Firmen auch der saudische Staatsfonds beteiligt. Warner stört sich unter anderem am geringen Eigenkapitalanteil, den Paramount selbst einbringt. Allerdings sieht der Warner-Vorstand das neue Angebot laut Bloomberg zumindest als Gelegenheit, einen besseren Deal auszuhandeln – möglicherweise auch mit Netflix. Zudem sei Warner seitens der Shareholder unter Druck, das Paramount-Angebot ernst zu nehmen.
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Auch Netflix hat sein Angebot für Warner bereits verbessert: Der Deal, den Netflix ursprünglich mit Warner ausgehandelt hatte, sah für Aktionäre eine Mischung aus Cash und Netflix-Aktien vor. Pro Warner-Anteil sollen Aktionäre 23,25 US-Dollar in Cash und 4,50 US-Dollar in Netflix-Aktien bekommen. In der neuen Deal-Struktur sollen Warner-Aktionäre keine Anteile an Netflix bekommen, stattdessen bekommen Aktionäre die 27,75 US-Dollar allein in Barwerten. Die neue Struktur sei einfacher, sicherer und beschleunige den Weg zum Abschluss der Übernahme, begründeten Netflix und Warner die neue Einigung.
Laut Bloomberg haben sowohl Netflix als auch Paramount Bereitschaft signalisiert, ihre Angebote weiter zu verbessern. Während Netflix nur an der Unterhaltungssparte inklusive Streaming-Dienst HBO Max interessiert ist, möchte Paramount die komplette Firma übernehmen. Paramount hat also auch Interesse am Nachrichtengeschäft von Warner Bros. Discovery, zu dem CNN und TNT gehören.
(dahe)