US-Unternehmen Blue Water Autonomy baut autonomes Schiff für die US-Marine
Das US-Unternehmen Blue Water Autonomy baut ein autonomes Schiff für die US-Marine. Es soll künftig auf Langzeitmissionen im Pazifik eingesetzt werden.
Rendering der Liberty
(Bild: Blue Water Autonomy)
Die US-Marine soll ein autonomes Schiff bekommen. Das Schiffsbauunternehmen Blue Water Autonomy aus Boston hat erste Details zum ersten Schiff der neuen Klasse bekannt gegeben.
Die Liberty, nach der die ganze Klasse benannt wird, ist dazu gedacht, zwei bis drei Monate autonom im Pazifik zu operieren. Die Ausrüstung dazu wird in 40-Fuß-Containern untergebracht, von denen vier auf das Deck passen. Darin können beispielsweise Systeme für die Aufklärung und die Kommunikation, aber auch Waffensysteme untergebracht werden.
Die Liberty ist knapp 58 Meter lang und 9 Meter breit. Sie kann mit 150 Tonnen Nutzlast beladen werden. Die Reichweite beträgt rund 11.000 Seemeilen (18.500 Kilometer), die Geschwindigkeit 25 Knoten (rund 46 km/h).
Bewährte konventionelle Basis
Sie basiert auf einem konventionellen Schiff, dem Stan Patrol 6009, der Damen Group. Die Patrouillenschiffe des niederländischen Schiffsbauunternehmens sind unter anderem in den Küstenwachen weltweit im Einsatz. Das will Blue Water Autonomy zu einem autonomen Schiff umbauen.
Dazu werde zunächst der Antrieb ausgetauscht, teilte das Unternehmen mit. Blue Water Autonomy macht keine Angaben zur Art des Antriebs. Autonome Schiffe werden aber normalerweise elektrisch angetrieben. Eine Elektromaschine ist wartungsärmer und weniger fehleranfällig als eine konventionelle Schiffsmaschine. Neben dem Antrieb werden alle weiteren mechanischen und elektrischen Systeme des Schiffes durch fehlertolerante ersetzt.
Übergabe für Ende 2026 geplant
Gebaut wird das Schiff auf der Conrad-Werft im US-Bundesstaat Louisiana. Conrad hat bereits Erfahrung damit, von Damen entworfene Schiffsrümpfe zu bauen. Die Arbeiten sollen im März beginnen, das Schiff noch in diesem Jahr an die US-Marine übergeben werden.
Die Schiffe der Liberty-Klasse seien für Langzeitbetrieb konzipiert und so ausgelegt, dass sie in Serien gefertigt werden könnten, sagte Rylan Hamilton, Chef von Blue Water Autonomy. „Indem wir einen bewährten Rumpf für den unbemannten Betrieb anpassen, liefern wir ein Schiff, das über längere Zeiträume unbemannt betrieben werden kann und dabei in einem Tempo produziert wird, das die Marine dringend benötigt.“
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Die Bezeichnung Liberty-Klasse ist eine Reminiszenz an Liberty-Schiffe im Zweiten Weltkrieg, die schnell und in großem Umfang produziert wurden. Blue Water Autonomy will künftig zehn bis zwanzig Schiffe der Liberty-Klasse im Jahr bauen.
(wpl)