Sicherheitsbedenken: EU-Parlament deaktiviert KI-Tools auf Diensthandys
EU-Abgeordnete und ihre Angestellte können auf dienstlichen Smartphones und Tablets keine KI-Funktionen mehr nutzen. Man wisse zu wenig zur Datensicherheit.
(Bild: Botond Horvath/Shutterstock.com)
Das Europäische Parlament hat wegen Sicherheitsbedenken KI-Funktionen auf dienstlichen Smartphones und Tablets der Abgeordneten und ihrer Angestellten deaktiviert. Das berichtet das Politikmagazin Politico unter Berufung auf eine interne E-Mail, in der der Schritt bekannt gemacht wurde. Der Schritt sei erfolgt, nachdem die IT-Abteilung eingestanden habe, dass sie die Sicherheit der Daten auf den Geräten nicht garantieren könnte, wenn die KI-Werkzeuge dort aktiv seien. Verwiesen worden sei unter anderem darauf, dass einige der KI-Funktionen auf Cloud-Dienste zurückgreifen würden: Die Daten müssten also die Geräte verlassen. Um welche Werkzeuge es konkret geht, hat das Magazin nicht erfahren.
Empfehlung auch für Privatgeräte
Die Funktionen würden weiterentwickelt und auf mehr Geräten verfügbar gemacht, zitiert Politico aus der Begründung: „Der volle Umfang der Daten, die an Dienstleister weitergegeben werden, wird derzeit noch überprüft.“ Bis das umfassend geklärt sei, sei es sicherer, die Funktionen deaktiviert zu lassen. Das Magazin zitiert einen anonymen EU-Angestellten mit der Erklärung, dass es um Funktionen gehe, die das Schreiben und Zusammenfassen von Texten erledigen, um virtuelle Assistenten und die Zusammenfassung von Internetseiten. Die Parlamentsverwaltung selbst habe den Bericht nicht bestätigt oder dementiert und auch keine konkreten KI-Werkzeuge genannt. Apps, die Kalender, E-Mails, Dokumente und andere alltägliche Werkzeuge seien nicht betroffen, heißt es noch in der E-Mail.
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Die Maßnahme des EU-Parlaments macht einmal mehr deutlich, was für Probleme die rasche Weiterentwicklung von KI-Funktionen im Arbeitsalltag mit sich bringt. In der internen E-Mail wird laut Politico noch darauf gedrängt, „ähnliche Vorsichtsmaßnahmen“ auf privaten Geräten vorzunehmen. Es sollte vermieden werden, dienstliche E-Mails, Dokumente oder andere interne Informationen an KI-Werkzeuge zu übermitteln, etwa um deren Inhalte zu analysieren. Das deutet an, dass jetzt die Gefahr besteht, dass Abgeordnete oder ihre Angestellten einfach auf private Geräte wechseln, wenn sie auf bestimmte KI-Funktionen nicht verzichten wollen. Solche „Schatten-KI“ ist in Unternehmen längst ein wachsendes Problem.
(mho)