Niederlande: Polizei gibt Mann versehentlich Datenzugang und nimmt ihn dann fest

In SĂĽdholland hat die Polizei einem Mann versehentlich statt einem Upload-Link einen Download-Link geschickt. Als der den nutzte, wurde er festgenommen.

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Kleine Figur eines Polizisten auf einer Notebook-Tastatur

(Bild: kirill_makarov/Shutterstock.com)

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In den Niederlanden wurde ein 40-jähriger Mann festgenommen, dem die Polizei versehentlich vertrauliche Dokumente zugeschickt hat und der sie auch nach Aufforderung nicht gelöscht hat. Das hat die niederländische Polizei öffentlich gemacht und dazu ihre Sicht des Geschehens ausgeführt. Demnach sollte dem Mann eigentlich ein Link für den Upload von Informationen geschickt werden, die für Ermittlungen relevant sein sollten. Fälschlicherweise ging aber ein Link zu einer Download-Möglichkeit heraus. Das habe der Mann ausgenutzt, obwohl er aufgefordert worden sei, das Herunterladen einzustellen und die Daten zu löschen. Dafür habe er aber etwas „zurückbekommen“ wollen, woraufhin die Polizei ausgerückt sei.

Laut der Mitteilung ging das alles schnell. Am vergangenen Donnerstag habe sich der Mann an die Polizei gewandt und erklärt, dass er im Besitz von Bildmaterial sei, das für Ermittlungen relevant sein könnte. Ein Beamter habe ihm daraufhin einen Link schicken wollen, über den er die Dateien in einem speziellen Portal hochladen können sollte. Dabei sei ihm ein Fehler passiert, stattdessen habe er einen Download-Link verschickt. Dadurch habe der Mann die Möglichkeit gehabt, vertrauliche Polizeidokumente herunterzuladen. Der Mann habe beschlossen, dies auch zu tun und erklärt, dass er erst damit aufhören würde, wenn er „dafür etwas zurückbekäme“. Noch am Donnerstag sei die Polizei deswegen ausgerückt, habe ihn festgenommen und Datenträger sichergestellt. Ereignet hat sich das in der Gemeinde Ridderkerk in Südholland.

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In der Bekanntmachung erklärt die Polizei, dass der Mann „vernünftigerweise“ davon habe ausgehen können, dass der Download-Link und die darüber abrufbaren Daten nicht für ihn bestimmt waren: Wer eine Download-Möglichkeit geschickt bekomme, obwohl ein Upload-Link erwartet wurde und dazu noch die explizite Aufforderung erhalte, nichts herunterzuladen, mache sich möglicherweise des illegalen Ausspähens von Daten schuldig, wenn die Daten trotzdem bezogen werden. Der Straftatbestand heißt auf Niederländische „Computervredebreuk“, also „Computerfriedensbruch“. Im konkreten Fall hat die Polizei laut eigener Aussage keinen Hinweis, dass die fraglichen Daten weiterverbreitet wurden. Der Datenschutzverstoß sei gemeldet worden, die Ermittlungen würden laufen. Die Version des Festgenommenen ist bislang nicht publik.

(mho)