Sony-Technik erkennt Originalsongs in KI-generierter Musik

Sonys KI-Forscher haben eine Software entwickelt, die prozentuale Anteile urheberrechtlich geschützter Werke in KI-generierten Songs ermitteln kann.

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Digitale Darstellung von schwebenden, fluoreszierenden Musiknoten

(Bild: Vink Fan/Shutterstock.com)

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Sony will Rechteinhabern zu einem Anteil an den Einnahmen aus KI-generierter Musik verhelfen, sofern diese unter Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke entstanden ist. Zu diesem Zweck haben Sony-Forscher eine Software entwickelt, die Originalsongs in KI-generierter Musik erkennen kann. Das Modell vergleicht Musik aus beiden Quellen und schätzt die prozentualen Anteile einzelner Originalwerke an den KI-generierten Ergebnissen, zum Beispiel „30 Prozent Beatles und 10 Prozent Queen“, berichtet Nikkei Asia.

Mit der Software will Sony Musikverlagen und Produzenten ein KI-Werkzeug an die Hand geben, mit dem sie Lizenzansprüche geltend machen können, schreibt das japanische Wirtschaftsmagazin. Im Falle einer Kooperation zwischen Rechteinhabern und Anbietern von KI-Musikdiensten könne die Software Analysen auch über eine Schnittstelle zum Basismodell des Anbieters durchführen. Sony hoffe sogar, dass Anbieter die Technik in ihre eigenen KI-Modelle integrieren werden: Der Konzern sieht in der Technologie die Grundlage für ein Vergütungssystem, das Einnahmen aus KI-generierter Musik entsprechend dem Anteil der beteiligten Urheber verteilt.

Die Sony Group gehört zu den größten Musikrechteinhabern weltweit: Neben dem Label Sony Music betreibt der Konzern mit Sony Music Publishing den größten Musikverlag, der die Rechte an Millionen Songs verwaltet, darunter Werke der Beatles und von Queen.

Sonys Erkennungssoftware wurde laut Nikkei Asia von der Forschungsabteilung Sony AI entwickelt, die zur Forschungs- und Entwicklungsorganisation der Sony Group gehört. Dem Bericht zufolge wurde eine begleitende wissenschaftliche Arbeit zur Präsentation auf einer internationalen Konferenz angenommen. Genauere Angaben bleibt Nikkei Asia schuldig.

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Generative KI kann heute komplette Songs per Texteingabe erzeugen, etwa mit Diensten wie Suno oder Udio. Die massenhafte Produktion von KI-Songs stellt Rechteinhaber und Plattformbetreiber vor Probleme, weil Trainingsdaten, stilistische Imitationen und die Zuordnung von Urheberanteilen rechtlich umstritten sind. Während einige Plattformen vollständig KI-generierte Musik verbieten, experimentieren andere mit kostensparenden Einsatzszenarien, etwa im Radio-Nachtprogramm.

Im vergangenen Oktober konnte sich Udio mit der Universal Music Group, einem der größten Musikkonzerne der Welt, einigen. Die Vereinbarung sieht vor, dass eine neue Version des Dienstes für das KI-Training benötigte Musik von Universal Music lizenziert. Nutzer zeigten sich frustriert, da die erstellten KI-Songs weder heruntergeladen noch für eigene Inhalte weiterverwendet werden dürfen.

(tobe)