Für Bambulab Drucker: Studio Version 2.5.0.66
Auch in den kleinen Versionsschritten versteckt Bambulab gerne mal spannende und experimentelle Features ihres Slicers für die hauseigenen 3D-Drucker.
(Bild: Bambulab)
Wer beim Bambulab Slicer bisher nicht auf Version ≥ 2.5.0 ist, sollte sich das Update auf jeden Fall mal anschauen. Einiges „versteckt“ Bambulab aber auch gerne mal hinter dem „Entwicklungsmodus“, der für die Sichtbarkeit der eher experimentellen und sehr neuen Features nötig ist.
Nun kann man alle Neuerungen ausprobieren, inklusive der kleinen Bugs und möglicher Druckprobleme, also besser nicht für vielstündige Drucke benutzen. Die meisten der Funktionen sind übrigens auch im Orca-Slicer zu finden, oft schon früher als in Bambu Studio.
Stützen-Schnittstellen glätten (Ironing) – sauberere Oberflächen an Kontaktstellen
Oft kann man es nicht vermeiden, dass man mit Stützen drucken muss. Die beste Methode wäre, diese Stützen aus einem speziellen Filament zu drucken, das sich auflösen lässt, oder zumindest aus einem Material, an dem das Druckmaterial nicht haftet und damit die Stützen gut entfernbar bleiben. Bei einem Materialwechsler wie dem Bambulab-AMS sind beide Möglichkeiten aber nur eingeschränkt brauchbar und kosten viel Druckzeit.
(Bild: Bambulab)
Druckt man die Stützen mit dem gleichen Material wie das Modell, muss man dafür sorgen, dass die Stützen nach dem Druck nicht untrennbar mit dem Druck verbunden bleiben. Dies erreicht man durch einen Abstand zwischen den Drucklayern und der Stützstruktur, zum Preis von unansehnlichen Flächen nach der Entfernung der Stützen.
Die neue Funktion „Glätten der Stützschnittstelle aktivieren“ legt eine geschlossene Fläche auf die Stützen, die dann per „Ironing“ (Bügeln) von der Düse glatt gezogen wird. Damit ergibt sich an dem Bauteil eine viel glattere Oberfläche, die besser aussieht und sich auch leichter nachbearbeiten lässt.
Fülldichte der Deckschichten anpassen
Die für die erste und letzte Schicht eines Drucks werden nun auch Füllmuster, die nicht zu 100 % ausgefüllt sind, unterstützt. Ich benutze das gerne, um ein interessantes Muster auf sonst eher langweilige Flächen am Druck zu bekommen, etwa Hilbert-Spiralen, Konzentrisch (schön für runde Querschnitte) oder Oktagon. Entwickelt wurde dieses Feature von @Buildasaurus (GitHub).
(Bild: Bambulab)
Durch die nicht komplette Füllung sind mehr visuelle Stile und kreative Effekte möglich, auch die Haptik und Griffigkeit der Drucke kann so verbessert werden.
Modelle verfeinern direkt im Slicer
Slicer werden inzwischen mit immer mehr Funktionen zum Bearbeiten der Modelle erweitert. Die ersten Funktionen waren das Vereinfachen von hochaufgelösten Modellen und das Reparieren von defekten Modellen. Durch Modifier und Boolean-Operationen kann man inzwischen schon kleine CAD-Aufgaben an den geladenen Modellen durchführen, sei es neue Durchbrüche in Gehäuse zu machen oder falsche Bohrungen zu schließen. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Glättungsfunktion hinzukam.
Ist das Modell zu gering aufgelöst, kann es per „Loop subdivision“-Verfahren in mehreren Iterationen geglättet werden. Das sollte man aber tunlichst nur für eher dekorative Objekte machen, die Maßhaltigkeit geht bei diesem Verfahren verloren, ebenso wie Farbinformationen, die das Objekt hatte.
Die GIFs aus dem Release-Log von Bambulab funktionieren leider nicht, daher hier kein Bild, alternativ kann man sich diese Funktion hier anschauen:
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Und sonst?
Skalieren auf maximales Bauraumvolumen: manchmal kommt es auf die Größe an. Statt des bisher iterativen Prozesses des Herantastens an die Grenzen des Druckbereichs, mittels Skalieren, Slicen, Fehlermeldungen des Slicers beachten, ist das Ausnutzen des Druckraums nun mit einem Klick erledigt.
Das neue Infill „2D-Gitter“ bietet sich besonders für Modellbauer an, die damit leichte (Infill-Prozente einstellig!) und dennoch stabile, gut druckbare Flügel für RC-Modellflugzeuge drucken wollen. Aber seid kreativ, sicher gibt es noch andere Anwendungen dafür.
In einem ähnlichen Bereich spielt der Infill mit mehreren Linien und verspricht mehr Stabilität und robustere Drucke mit leichtem Infill.
In Aktion kann man sich alle diese Neuerungen in dem deutschsprachigen Video von Riesen Consulting ansehen.
Passend zum Thema in der Make 1/26: 3D-Druck-Slicer im Vergleich
Bessere Drucke mit weniger Aufwand – wir erklären in der Make 1/26, was OrcaSlicer so beliebt macht, und teilen erprobte Slicer-Tipps aus der Redaktion.
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Siehe auch:
- Bambu Studio: Download schnell und sicher von heise.de
Videos by heise
(caw)