Weltgrößtes Elektroschiff steht kurz vor der Auslieferung und Inbetriebnahme
Das größte Elektroschiff, die China Zorrilla, ist mit einem Evakuierungssystem ausgestattet worden. Die Fähre soll noch 2026 in Dienst gestellt werden.
(Bild: Incat Tasmania)
Das weltgrößte batterieelektrische Schiff und Elektrofahrzeug überhaupt, die China Zorilla (auch Hull 096 für den Schiffskörper genannt), die von der tasmanischen Incat-Werft gebaut und ausgerüstet wird, hat einen weiteren Meilenstein erreicht, um noch 2026 ausgeliefert und in Dienst gestellt zu werden. Das teilte das Schiffsbauunternehmen in einer Mitteilung mit. Das 130 m lange vollelektrische Boot ist mit dem Marine-Evakuierungssystem (MES) von Liferaft Systems Australia ausgerüstet worden, um bei einer möglichen Havarie die Menschen an Bord der Katamaran-artigen Fähre retten zu können.
Das MES der China Zorrilla umfasst insgesamt sechs 22 m lange aufblasbare Evakuierungsrutschen, die jeweils mit einer offenen, wiederverwendbaren und einer weiteren, an sie gekoppelten Rettungsinsel verbunden sind. Incat hat zunächst drei Rutschen installiert und ersten Tests unterzogen. Dabei wurden die Auslöseverfahren und die Systemleistung unter realen Bedingungen überprüft. Im Vollausbau werden die 13 Rettungsinseln insgesamt 2432 Menschen Platz bieten, das Elektroschiff ist für rund 2100 Passagiere ausgelegt.
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Die Elektrofähre ist 130 m lang und 32 m breit; sie ist als kombinierte Passagier- und Autofähre (RoPax (Roll-on/Roll-off)) konzipiert. 2100 Menschen und 225 Fahrzeuge kann die China Zorrilla maximal aufnehmen. Auf einer gesamten Deckfläche von 2300 m² bietet sie auch Platz für ein breites Einkaufsangebot für die Passagiere während der Fahrt.
Größtes batterielektrisches Schiff der Welt
Ursprünglich sollte sie mit Flüssigerdgas fahren, wurde dann aber als batterieelektrisches Schiff gebaut, das derzeit größte der Welt. Die Batterien haben eine Leistung von 40 Megawatt. Sie allein wiegen 250 Tonnen. Angetrieben wird das Schiff von acht Wärtsilä-Wasserstrahltriebwerken, die für eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 46 km/h sorgen.
Im Januar hat Incat die China Zorrilla ersten Fahrtests unterzogen. Dabei fuhr das Schiff ausschließlich mit dem batterieelektrischen Antrieb auf dem Fluss Dwent. Evaluiert wurden dabei die Funktion und die Leistungsfähigkeit der Antriebssysteme, die Steuerungssysteme sowie das Fahrverhalten und die Manövrierfähigkeit in einer realen Fährumgebung.
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Sobald die China Zorrilla fertig ausgerüstet und die Erprobungen abgeschlossen und bestanden worden sind, wird sie zu ihrem künftigen Einsatzort in Südamerika gebracht. Sie soll dann den Río de la Plata befahren und Buenos Aires in Argentinien mit Zielen in Uruguay verbinden. Dabei kann das Elektroschiff eine Strecke von bis zu 185 km mit einer Ladung überwinden.
Ein genauer Termin für die Übergabe des Schiffs und die Inbetriebnahme steht bislang nicht fest. Die sollen jedoch frühestmöglich im Jahr 2026 erfolgen, heißt es von Incat.
(olb)