Fachkräftemangel in Deutschland nimmt ab – aber strukturelle Probleme bleiben

Nur noch 22,7 Prozent der Unternehmen berichten von fehlendem Fachpersonal, so das ifo Institut. Konjunktur und KI verändern den Arbeitsmarkt grundlegend.

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(Bild: VideoFlow / Shutterstock.com)

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Der Fachkräftemangel in Deutschland hat sich deutlich entspannt. Im Februar 2026 klagten laut ifo Institut nur noch 22,7 Prozent der Unternehmen über einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Das ist ein Rückgang gegenüber 25,8 Prozent im Oktober 2025 und gleichzeitig der niedrigste Wert seit fünf Jahren.

Als Hauptursache für die Entspannung nennt ifo-Forscher Klaus Wohlrabe die anhaltend schwache Konjunktur. Gleichzeitig warnt er: „Der Rückgang darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben.“ Insbesondere der Einsatz künstlicher Intelligenz verändert die Anforderungen an Fachkräfte, so Wohlrabe. „Die Alterung der Bevölkerung trifft auf einen tiefgreifenden technologischen Wandel – das wird die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen weiter verschieben“, ergänzt der ifo-Forscher.

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Besonders stark entspannt hat sich die Lage in Transport und Logistik: Hier sank der Anteil der Unternehmen mit Personalmangel von 42,7 auf 30,6 Prozent. Auch in der Industrie ging der Wert auf 16,6 Prozent zurück, wobei die Automobilbranche und Hersteller elektrischer Ausrüstung mit weniger als zehn Prozent besonders wenig betroffen sind. Der Maschinenbau liegt bei 19 Prozent.

Anders sieht es bei Dienstleistern aus: Jedes vierte Unternehmen beklagt fehlendes Personal. Besonders drastisch zeigt sich die Situation bei Rechts- und Steuerberatern mit 58,4 Prozent sowie bei Leiharbeitsfirmen mit 56,6 Prozent. Im Handel sind 18 Prozent betroffen, wobei der Einzelhandel mit 21,6 Prozent deutlich stärker leidet als der Großhandel mit 16,2 Prozent. Im Bauhauptgewerbe liegt der Anteil bei 30,4 Prozent.

Details zu den aktuellen Zahlen finden sich beim ifo Institut.

(fo)