Open-Source-Hardware mit HDMI: ESP32-P4-PC angekündigt
Der Dual-Core-RISC-V-SoC mit 400 MHz und 32 MB PSRAM bringt Multimedia-Funktionen ins Mikrocontroller-Umfeld.
(Bild: Olimex)
- Daniel Schwabe
Olimex aus Bulgarien hat mit dem ESP32-P4-PC ein neues Open-Source-Hardware-Board vorgestellt, das (wie der Name schon sagt) auf dem ESP32-P4 basiert. Das Board bietet viele Schnittstellen und Erweiterungsmöglichkeiten auf einer Platine und richtet sich klar an Maker, die mehr wollen als nur einen weiteren WLAN-Mikrocontroller.
Der ESP32-P4 ist ein Prozessor mit zwei RISC-V-Kernen und bis zu 400 MHz Taktfrequenz. Der Chip bringt 768 KByte internen SRAM mit und unterstützt externes PSRAM. Davon sind auf dem ESP32-P4-PC 32 MByte untergebracht. Hinzu kommen Peripherieblöcke wie USB 2.0, Ethernet-MAC, LCD-Interface mit MIPI-DSI-Unterstützung sowie eine Kamera-Schnittstelle (CSI). Der P4 ist damit klar auf HMI-, Multimedia- und Edge-Anwendungen ausgelegt und weniger auf „Blink-LED“.
Gut ausgestattetes Board
Das Board von Olimex nutzt diese Fähigkeiten konsequent aus. Neben Ethernet-Anbindung – optional auch mit Stromversorgung darüber (PoE) – sind HDMI-Ausgang, MIPI-DSI für Displays und eine CSI-Schnittstelle für Kameras direkt vorgesehen. Damit lassen sich beispielsweise kompakte Vision-Systeme, smarte Bedienpanels oder lokale Edge-AI-Anwendungen aufbauen, ohne zusätzliche Adapterplatinen stapeln zu müssen. Wer schon einmal versucht hat, Kamera, Display und Ethernet sauber auf einem Mikrocontroller-Board unterzubringen, weiß: Das spart Nerven – und Steckverbinder. Allerdings unterstützt der ESP32-P4 von sich aus weder WLAN noch Bluetooth. Auch der ESP32-P4-PC verfügt über kein dementsprechendes Modul.
Für Debugging und Entwicklung steht USB-JTAG zur Verfügung. Die Stromversorgung erfolgt über USB-C, zusätzlich ist ein Lithium-Polymere-Akku mit UPS-Funktion integrierbar. Damit kann das Board bei Stromausfall weiterlaufen oder sauber herunterfahren. Gerade bei IoT-Gateways oder industriellen Steuerungen ist das ein praktisches Detail, das sonst oft nachgerüstet werden muss.
Auch klassische Maker-Anforderungen kommen nicht zu kurz. Alle freien GPIO-Pins sind herausgeführt. Über den UEXT-Anschluss lassen sich Erweiterungsmodule anbinden, wie man sie von Olimex kennt (beispielsweise ein Zigbee-Modul). Zusätzlich sind ein Audio-Klinkenanschluss und ein MicroSD-Slot vorhanden. Das eröffnet Einsatzfelder von Multimedia-Terminals bis hin zu Datenloggern mit lokaler Speicherung.
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Viele Interfaces
Technisch interessant ist die Kombination aus hoher Taktfrequenz, großem PSRAM und den dedizierten Multimedia-Schnittstellen des ESP32-P4. Laut Datenblatt unterstützt der Chip unter anderem parallele LCD-Interfaces, DMA für schnelle Datenübertragung und mehrere SPI-, I2C- und UART-Controller. Für Maker bedeutet das: Komplexe Anwendungen lassen sich stärker hardwarebeschleunigt umsetzen, anstatt alles per Software zu „erschlagen“.
Ergänzend dazu bringt der ESP32-P4 dedizierte Hardware-Unterstützung für Multimedia mit, darunter Beschleuniger für JPEG und Video-Codecs wie H.264. Damit lassen sich komprimierte Bild- und Videoströme hardwaregestützt dekodieren, ohne die beiden RISC-V-Kerne vollständig auszulasten. In Kombination mit der MIPI-CSI-Kameraschnittstelle und HDMI- beziehungsweise DSI-Ausgabe können so etwa IP-Kamera-Streams verarbeitet oder eigene Videoausgaben realisiert werden – und das weiterhin im typischen Mikrocontroller-Umfeld, also ohne ausgewachsenes Linux-System im Hintergrund.
Ein weiterer Punkt: Der ESP32-P4-PC ist vollständig Open-Source-Hardware. Schaltpläne und KiCad-Dateien werden bereitgestellt. Die Daten zur Platine liegen schon auf GitHub bereit.
Preislich liegt das Board bei 25 Euro und ist derzeit vorbestellbar, der Versand soll am 23. Februar 2026 beginnen.
Wer mehr Info zum ESP32-System braucht, findet in unserem Hardwarekompass alles, was man wissen muss.
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