Baltic-German PowerLink: Neue Stromleitung verbindet Ostsee-Windparks
Eine neue Stromleitung soll Deutschland, Lettland und Litauen sowie Windparks vor der Ostseeküste verbinden. Das Projekt ermöglicht Zugang zu Windenergie.
(Bild: fokke baarssen/Shutterstock.com)
Im Januar hatten Deutschland und Dänemark eine Vereinbarung zum Ausbau einer Partnerschaft bei einem Energieprojekt bekanntgegeben. Auch mit anderen Ländern kooperiert Deutschland.
Eine Stromleitung soll künftig Deutschland, Lettland und Litauen sowie Windparks vor der Küste des Baltikums miteinander verbinden. Konkret geht es um einen „Baltic-German PowerLink“, wie der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mitteilte. 50Hertz wurde demnach zusammen mit Übertragungsnetzbetreibern in Lettland und Litauen beauftragt, bis zum Herbst ein Umsetzungskonzept zu erarbeiten.
Eine entsprechende Absichtserklärung hätten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und ihre beiden Amtskollegen aus Litauen und Lettland am Rande eines Ministertreffens der Internationalen Energieagentur in Paris unterzeichnet, hieß es.
„Die baltischen Länder haben ein großes Potenzial, mehr Strom aus Windenergie an Land und auf dem Meer zu erzeugen, als sie zur Deckung ihres eigenen Bedarfs benötigen“, sagte 50Hertz-Chef Stefan Kapferer. „Dieses Projekt kann dazu beitragen, dass Deutschland Zugang zu günstiger Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erhält und die Strommärkte des Baltikums näher an den kontinentaleuropäischen Strommarkt mit seiner großen Liquidität heranrücken können.“
Zusammenarbeit bei Windkraft auf See soll verstärkt werden
Nach bisherigen Studien und Vorplanungen bestehe der „Baltic-German PowerLink“ aus einer rund 600 Kilometer langen Seekabelverbindung zwischen Deutschland und einem Anlandungspunkt entweder im Südwesten von Lettland oder im Nordwesten von Litauen. Dort solle an Land ein Stromdrehkreuz errichtet werden, über das rund 2 Gigawatt Offshore-Windenergieleistung sowohl Richtung Deutschland als auch in die Höchstspannungsnetze an Land in Lettland und Litauen eingespeist werden könnten.
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Ende Januar hatten Deutschland und Dänemark eine Vereinbarung zur „Bornholm Energy Island“ getroffen: Auf der dänischen Insel Bornholm soll ein Stromdrehkreuz entstehen, das Offshore-Windstrom aus der Ostsee nach Deutschland und Dänemark weiterleitet. Dies ist Teil der Bemühungen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Windkraft auf See zu verstärken.
(afl)