Forscher benutzen speziellen Beton für 3D-Druckverfahren unter Wasser

Australischen Forschern ist es gelungen, Strukturen mit zusatzfreiem Beton unter Wasser auszudrucken, ohne dass der Beton dabei zerfließt.

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3D-Drucker druckt Unterwasser-Struktur.

Der 3D-Drucker von Luyten nutzt Spezialbeton, um haltbare maritime Strukturen unter Wasser auszudrucken.

(Bild: Luyten/Screenshot)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ein Forschungsteam der australischen University of Wollongong (UOW) hat in Kooperation mit Luyten 3D, einem 3D-Betondruckunternehmen, ein Beton-3D-Druckverfahren unter Wasser entwickelt, mit dem Unterwasserstrukturen wie etwa Anker für schwimmende Offshore-Anlagen vor Ort einfach ausgedruckt und repariert werden können. Das teilte die UOW am Mittwoch mit. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren benötigt der verwendete Beton keine chemischen Beschleuniger oder Zusatzstoffe, um im Wasser auszuhärten. Die von den Forschern entwickelte Betonmischung härtet allein durch ihr Materialdesign aus.

Unterwasserarbeiten mit Beton setzten meist auf mehrstufige Prozesse oder schnell aushärtende chemische Zusätze, damit der frische Beton im Wasser nicht weggespült wird. Diese haben aber einige Nachteile: Sie erhöhen das Risiko für die Umwelt, verursachen hohe Kosten und die Verfahren, um sie anzuwenden, sind kompliziert und langwierig.

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Der von den Wissenschaftlern der UOW entwickelte Beton widersteht dagegen Auswaschungen im Wasser und erhält seine strukturelle Integrität während des Druckvorgangs. Dem Beton sind keinerlei Zusätze beigemischt. Die Forscher nutzten ein intelligentes Materialdesign, um die Stabilität bis zur Aushärtung zu bewahren.

Konkrete Angaben, wie das erreicht wird, machen die Wissenschaftler nicht. Auch gibt es keine Veröffentlichung zu der Forschungsarbeit. Ein Video von Luyten zeigt aber im Zeitraffer, wie damit einfache Betonstrukturen unter Wasser mit einem Beton-3D-Drucksystem erstellt werden, ohne dass der Spezial-Beton zerfließt.

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„Der Unterwasserdruck verändert grundlegend unsere Herangehensweise an den Bau, die Reparatur und die Verstärkung kritischer Infrastruktur in maritimen Umgebungen“, sagt Ahmed Mahil, Päsident und CEO von Luyten 3D. Konkret könne mit der Technikkombination aus 3D-Druckmaschine und speziellem Beton maritime Verteidigungsanlagen, Häfen und Küsteninfrastruktur schneller aufgebaut und repariert werden. Dazu gehören etwa auch Betonverankerungen für schwimmende Offshore-Anlagen.

(olb)