Animationen per Videoaufnahme: Epic Games kauft TĂĽbinger Firma Meshcapade

Epic Games kauft das Start-up Meshcapade, eine AusgrĂĽndung des Max-Planck-Instituts fĂĽr Intelligente Systeme. Es entwickelt KI-Animationstechnik.

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Rechts ein Filmausschnitt, links eine auf Basis davon animierte Spielfigur

(Bild: Meshcapade)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Epic Games kommt nach Tübingen in den „Cyber Valley“: Die Spielefirma hinter der Unreal Engine kauft das Start-up Meshcapade, eine Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme. Meshcapade entwickelt Animationstechnik, mit der sich digitale Figuren dank KI-Analyse von Videoaufnahmen flüssig und präzise darstellen lassen sollen. Über den Kaufpreis schweigen die beteiligten Firmen.

Meshcapade wurde 2018 aus dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme heraus gegründet. Kerngeschäft der Firma ist es, Animationen anhand von Videoaufnahmen zu erstellen. Das ist eine Alternative für Videospielentwickler und andere Kreative, die nicht in teure Motion-Capture-Setups investieren können oder möchten. Die Technik wurde ursprünglich von Naureen Mahmood und Talha Zaman, den Mitgründern von Meshcapade, gemeinsam mit Michael J. Black vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme entwickelt.

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Beim Motion Capturing werden Schauspieler mithilfe zahlreicher Kameras und Sensoren digital erfasst, um ihre Bewegungen für virtuelle Figuren einzufangen. Das ist vergleichsweise teuer, weil neben der Hardware auch ein Studio sowie Fachpersonal nötig sind, das die Aufnahmen nachbearbeitet. Weil nur wenige Spielefirmen eigene Motion-Capture-Studios haben, müssen sie die Studios oft mieten.

Alternativ lassen sich Animationen auch von Hand zeichnen, was anspruchsvoll ist und gerade bei menschlichen Figuren selten den Realismus von Motion Capturing erreicht. KI-Animationen auf Basis von Videoaufnahmen könnten als simplere dritte Option gerade für kleine und mittelgroße Studios attraktiv sein.

„Von Anfang an war es unser Ziel, die Entwicklung digitaler Menschen einfacher, ausdrucksstärker und zugänglicher zu machen“, sagt Co-Gründerin Mahmood. Die Fähigkeit, Avatare schnell und kostengünstig zu produzieren, habe sich in der Branche herumgesprochen. Mehrere Interessenten hätten angeklopft, obwohl man nicht in traditionelles Marketing investiert habe. „Unser Kundenportfolio wuchs nahezu ausschließlich durch Mundpropaganda und auf Branchenmessen war der Meshcapade-Stand regelmäßig ein Anziehungspunkt für Animatoren führender Spiel- und Filmstudios“, sagt ihr Mitgründer Zaman.

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Epic Games will die Technik in die Unreal Engine integrieren, um Entwicklern eine vergleichsweise einfache Möglichkeit zur Figurenanimation zu geben. Die Firma bietet mit dem MetaHuman-Toolkit bereits Werkzeuge an, mit denen sich Videospielfiguren ohne großen Aufwand modellieren lassen.

„Wir wollen die Hürden für glaubwürdige, ausdrucksstarke digitale Charaktere senken und sie in Echtzeit für unterschiedlichste Anwendungen verfügbar machen“, erklärt Epics Chief Technology Officer Kim Libreri die Übernahme. „Mit dem Meshcapade-Team und seinen branchenführenden Technologien erweitern wir unser Portfolio um leistungsfähige Spezialwerkzeuge für die Generierung digitaler Menschen in Gaming, Film und virtueller Produktion.“

Bram Wijlands, Geschäftsführer von Max-Planck-Innovation, freut sich auch für den KI-Standort Deutschland: „Diese Übernahme ist ein klares Signal, dass 'KI made in Germany' lokal skalieren und international konkurrenzfähig sein kann“, kommentiert er die Übernahme.

(dahe)