Angeblich US-Wohnungen ausspioniert: Texas reicht Klage gegen TP-Link ein

TP-Link steht in den USA wegen der Verbindungen nach China schon länger im Kreuzfeuer der Kritik. Nun zieht Texas mit drastischen Vorwürfen vor Gericht.

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Ein schwarzer Router von TP-Link

(Bild: Skrypnykov Dmytro / Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der US-Bundesstaat Texas hat eine Klage gegen TP-Link eingereicht und wirft dem Routerhersteller neben irreführender Werbung vor, der Kommunistischen Partei Chinas Zugriff auf Geräte in US-amerikanischen Wohnungen zu ermöglichen. Das hat Attorney General Ken Paxton öffentlich gemacht, der Republikaner befindet sich derzeit auch im Vorwahlkampf für einen Sitz im US-Senat. Die Klage sei nur die erste von mehreren, die „Unternehmen mit Verbindungen zu Chinas Kommunistischer Partei daran hindern soll, Texanern zu schaden“. Der Auftakt gegen TP-Link solle in China als klare Warnung verstanden werden. Dem Schritt gingen demnach Ermittlungen voraus, die im Oktober eingeleitet worden waren. TP-Link hat gegenüber Reuters versichert, seinen Ruf „energisch verteidigen” zu wollen. Die Behauptungen seien falsch.

Entgegen der Behauptungen von TP-Link zu Datenschutz und Sicherheit wurden die Produkte der Firma „von staatlich geförderten Hacking-Organisationen der Volksrepublik China genutzt, um Cyberangriffe auf die USA“ durchzuführen, behauptet Paxton. Über die Eigentümer und die Lieferkette gebe es Verbindungen nach China, deshalb unterliege die Firma den Gesetzen der Volksrepublik. Deshalb sei der Hersteller verpflichtet, Daten von US-Bürgern weiterzugeben. Weil fast alle Teile der Router aus dem Land importiert würden, sei die Täuschung des Unternehmens darüber „nicht nur illegal, sondern auch eine Gefahr für die nationale Sicherheit“. Immerhin würde darüber die heimliche Überwachung von Menschen in Texas ermöglicht. Die Klageschrift kann online eingesehen werden.

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TP-Link wurde vor drei Jahrzehnten in China gegründet, später aber aufgeteilt. Obwohl der Konzern seitdem aus einem US-amerikanischen und einem chinesischen Teil besteht, macht der mit Sitz in Kalifornien noch immer einen substanziellen Teil seines Geschäfts in China. Die Router von TP-Link gehören zu den am weitesten verbreiteten in den USA, über den genauen Marktanteil herrscht aber Unklarheit. Anfang des Jahres hat das US-Justizministerium Ermittlungen eingeleitet, um herauszufinden, ob TP-Link die Konkurrenz gezielt mit Kampfpreisen unterboten hat, um sich Marktanteile zu sichern und die Preise anheben zu können, wenn andere Hersteller aus dem Markt gedrängt wurden. Wegen angeblicher Sicherheitsgefahr drohte den Routern ein US-Verkaufsverbot, das ist aber vorerst vom Tisch.

(mho)