Mehr Speicher: Samsung und SK Hynix beschleunigen offenbar Werkbau

Die beiden Speicher-Weltmarktführer Samsung und SK Hynix könnten neue Werke früher fertigstellen als gedacht. Bis dahin dauert es aber trotzdem.

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Hand hält Speicherriegel wie Spielkarten

(Bild: heise medien)

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Die aktuelle Speicherkrise hat offenbar zu einem Umdenken bei den weltweit größten Speicherherstellern geführt. Samsung und SK Hynix sollen den Bau neuer Halbleiterwerke in ihrem Heimatland Südkorea beschleunigt haben.

Darüber berichtet die verbreitete südkoreanische Zeitung Chosun. Ein erstes Werk eines „Megaclusters“ in Yongin sollte ursprünglich im Mai 2027 fertig werden. Nach aktuellem Plan könnte die Vorserienproduktion schon im Februar oder März 2027 beginnen. Samsung zieht die Fertigstellung seines vierten Halbleiterwerks in Pyeongtaek angeblich vom ersten Quartal 2027 auf das vierte Quartal 2026 vor. Primär soll es um DRAM in Form von DDR5-Arbeitsspeicher und High-Bandwidth Memory (HBM) gehen. Diese Speichertypen sind momentan besonders knapp.

Diese neuen Werke könnten die jährliche Speicherproduktion der Hersteller um zehn Prozent oder mehr anheben. Chosun spricht konkret von 100.000 bis 120.000 Wafern, die Samsung demnach in der sogenannten P4-Fab pro Monat belichten will. 2024 soll Samsung eine Jahresproduktion von knapp 7,5 Millionen Wafern gehabt haben, die 2026 durch eine stärkere Auslastung bestehender Werke auf über acht Millionen Wafer steigen soll. Die Zahlen gibt die Zeitung vom Marktforscher Omdia wieder.

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Ein neues Werk, das Ende 2026 den Betrieb aufnimmt, trägt frühestens ab Ende 2027 nennenswert zur Speicherverfügbarkeit bei. Zum einen dauert es typischerweise mindestens ein halbes Jahr, bis alle Systeme so abgestimmt sind, dass die Serienproduktion beginnen kann. Zum anderen dauert die Produktion selbst mehrere Monate. Und dann müssen die Bausteine noch in den Handel beziehungsweise zu den Abnehmern gelangen.

Der drittgrößte Speicherhersteller der Welt, Micron, baut ebenfalls neue Werke. Auch hier dauert es aber noch bis zur Fertigstellung. Die Baupläne legten die Hersteller schon vor Jahren fest, verzögerten sie ab 2023 jedoch, weil die Nachfrage damals einbrach. Damals machten die Weltmarktführer Milliardenverluste.

In Südkorea wird der beschleunigte Bau auch als Reaktion auf die chinesische Konkurrenz durch YMTC (DRAM) und CXMT (NAND-Flash für SSDs) gewertet. PC- und Notebook-Hersteller erwägen laut früheren Berichten den Kauf von chinesischem Speicher, um Lieferlücken zu schließen.

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