Internationale Atomenergiebehörde besorgt über Zustand des AKW Saporischschja

Nach dem Ausfall der Notstromleitung des AKW Saporischschja ist die Sicherheit des Kernkraftwerks gefährdet. Die Internationale Atomenergiebehörde ist besorgt.

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AKW Saporischschja mit Kühlteich

(Bild: IAEA / Fredrik Dahl)

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Der Generaldirektor der International Atomic Energy Agency (IAEA) Mariano Grossi hat sich besorgt darüber geäußert, dass die Sicherheit des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja nicht mehr ausreichend gewährleistet ist. Das teilte die IAEA in einem Statement am Donnerstag mit. Grund für die Sorge ist ein Ausfall der Notstromleitung am 10. Februar, sodass das Kraftwerk nur noch über die verbliebene Hauptstromleitung an einer externen Stromversorgung angeschlossen ist. Eine solche Stromversorgung sei aber existenziell für die Aufrechterhaltung der nuklearen Sicherheit. Ohne Backup-Leitung sei diese gefährdet.

Am 10. Februar wurde die 330-kV-Notstromleitung Ferosplavna-1 des Atomkraftwerks Saporischschja abgeschaltet. Grund waren vermutlich militärische Einwirkungen in der Nähe der Schaltanlage des Wärmekraftwerks des AKW. Seitdem ist das Kernkraftwerk auf die Funktionsfähigkeit der 750-kV-Hauptstromleitung Dniprovska angewiesen. Über sie werden alle wesentlichen Sicherheitsfunktionen aufrechterhalten, wie etwa die Kühlung der Reaktoren. Sollte die noch intakte Hauptstromleitung auch ausfallen, werden Dieselgeneratoren zugeschaltet.

Das Beobachterteam der IAEA vor Ort wurde der Zugang zum Schaltwerk aufgrund von Sicherheitsbeschränkungen verweigert. Das Team konnte sich so keinen Überblick über das genaue Ausmaß der Schäden und deren Auswirkungen machen.

Um die nukleare Sicherheit wieder zu gewährleisten und die nötigen Reparaturarbeiten durchzuführen, habe die IAEA der Ukraine und Russland eine temporäre Waffenruhe für das Gebiet vorgeschlagen. Die IAEA hatte bereits zuvor insgesamt vier Waffenruheabkommen vermittelt, um fünf Reparaturen an der Stromversorgung des AKW vorzunehmen, die durch militärische Einwirkungen entstanden waren. Unklar ist, ob sich die beiden Kriegsparteien auch dieses Mal auf eine temporäre Waffenruhe einlassen.

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„Eine zuverlässige externe Stromversorgung ist grundlegend für die Aufrechterhaltung der nuklearen Sicherheit, wie sie sowohl in den sieben unverzichtbaren Säulen der IAEO als auch in den fünf Prinzipien zur Vermeidung eines nuklearen Unfalls im Kernkraftwerk ZKP festgelegt ist“, sagt Grossi in dem Statement. „Die IAEO setzt sich weiterhin uneingeschränkt dafür ein, alle notwendigen Maßnahmen zu unterstützen, um den sicheren Betrieb aller nuklearen Anlagen in der Ukraine zu gewährleisten.“

(olb)