„Star Trek Voyager“angespielt: Überlebenskampf im Star Trek-Universum

„Star Trek Voyager: Across the Unknown“ schickt Captain Janeway und Co. auf einen Überlebenskampf in den Delta-Quadranten.

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Screenshot aus Star Trek Voyager Across the Unknown

(Bild: Daedalic)

Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Andreas Müller
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Kein Weg zurück. So in etwa war die Ausgangslage für die U.S.S. Voyager und ihre Besatzung in der gleichnamigen Fernsehserie Ende der 1990er Jahre. Seitdem gab es immer mal wieder Videospielumsetzungen wie den Ego-Shooter „Star Trek Voyager: Elite Force“. Gamexcite schaltet mit „Across the Unknown“ nun einen Gang zurück. Statt flinken Fingern sind die grauen Zellen gefragt – planen, tüfteln, überleben.

Die Ausgangslage ist gleich: Bei der Jagd nach einem Rebellenschiff strandet die U.S.S. Voyager 70.000 Lichtjahre entfernt im Delta-Quadranten. Tatsächlich dort, wo noch nie ein Mensch gewesen ist, schlägt sich die Crew mit neuen Alien-Spezies und geheimnisvollen übermenschlichen Wesen herum. Wer aber jetzt auf eine werkgetreue Umsetzung hofft, wird überrascht sein. Zwar gibt es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Figuren wie Captain Janeway, Chakotay oder Neelix, doch ihr Schicksal nimmt manchmal eine andere, tragische Wendung.

In „Across the Unknown“ trifft erbarmungslose Survival-Strategie aus „Frostpunk“ auf das „Star Trek“-Universum. Ständig sind die Spieler auf der Suche nach lebenswichtigen Rohstoffen, ständig ärgern Aliens die Rückreise und ständig kämpft Captain Janeway gegen den Frust ihrer Besatzung. Geht der Treibstoff aus oder sinkt die Moral auf null, heißt es nüchtern Game Over. Das Spiel speichert nur automatisch, scheitert eine Hauptmission, muss der ganze Sektor neu gestartet werden.

„Star Trek Voyager: Across the Unknown“ angespielt (5 Bilder)

Unspektakulär, aber komplex: „Star Trek Voyager: Across the Unknown“ ist ein herausforderndes Survival-Abenteuer im Stil von „Frostpunk“. (Bild:

heise medien

)

Die Umsetzung ist von Beginn an komplex: Schiff reparieren, Planeten scannen, Rohstoffe sammeln. Um einen Raum im Schiff zu nutzen, muss erstmal die Lebensversorgung eingeschaltet werden. Dafür brauchen wir Rohstoffe, die wir aber nur bekommen, wenn die Sensoren installiert sind. Dafür brauchen wir ein funktionierendes Labor, in dem wir nach neuen Technologien forschen und eine Werkstatt, in der wir die Geräte dann auch herstellen. Alles ist logisch aufgebaut, aber auch sehr kleinteilig.

Auf diese Weise müssen die Spieler zwölf zufällig generierte Sektoren mit ebenso vielen Hauptmissionen auf ihrem Weg zur Erde durchqueren. Jede Runde ist ein Zyklus, der entsprechend Ressourcen verbraucht. Von denen gibt es zehn Stück, die alle für Energie, Forschung oder Ausbau der einzelnen Schiffsräume genutzt werden.

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Zu Beginn haben die Spieler zwar gleich ein paar Ressourcen im Lager, doch spätestens bei der zweiten Mission in einem neuen System wird die Suche nach Rohstoffen mühsam. Wie im Survivalgenre üblich sind Rohstoffe ständig knapp, und Nebenaufgaben, in denen wir über mehrere Runden hinweg die Moral der Besatzung oben halten müssen, sorgen für Stress.

„Across the Unknown“ ist kein Spiel für zwischendurch. Geht die Energie aus, schalten sich automatisch wichtige Räume ab. Sind wieder ein paar Rohstoffe gesammelt, müssen die Spieler mühselig die einzelnen Bereiche wieder aktivieren. Warum keinen Generalschalter, um alles wieder anzuschalten? Es dauert ein paar Stunden, bis alle Spielmechaniken geschickt ineinandergreifen.

Sind die Spieler nicht mit dem Energiemanagement beschäftigt, dürfen sie ein paar Raumschiffschlachten schlagen. Zunächst werden einzelne Posten mit Experten besetzt. Vulkanier Tuvok sorgt für präzise Angriffe, Ex-Rebell Paris weicht mit waghalsigen Manövern den Schüssen aus. Der Kampf selbst ist unspektakulär. Zwar können die Spieler Kommandos geben, damit die gegnerischen Schilde oder der Antrieb angegriffen werden, doch Trefferfeedback oder ein wenig Spektakel gibt es nicht. Irgendwann ist der Kampf vorbei und die Voyager hat gewonnen oder verloren.

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Die für „Star Trek“ typischen Außenmissionen laufen ähnlich einem Gamebook ab. Viele werden zufällig zusammengestellt, einige basieren auf Serienfolgen. Auch hier wählen die Spieler erstmal ihre Helden aus. Trifft das Team dann auf Aliens oder andere Probleme, entscheiden die Charakterwerte und Fähigkeiten. Bei der erfolgreichen Rückkehr winken dann ein paar Rohstoffe oder Technologien. Wichtig: Das Spiel vergisst nicht. Einige Entscheidungen und Verhaltensweisen haben Auswirkungen auf das weitere Spielgeschehen. So kann es durchaus passieren, dass ein wichtiges Crew-Mitglied bei einer Mission stirbt.

Während das spielerische Konzept aufgeht, enttäuscht die audiovisuelle Umsetzung. Zwar ähnelt die Voyager genau dem Vorbild und der Originalscore klingt aus den Boxen, doch die Animationen der bekannten Figuren wirken starr und leblos. Sprachausgabe gibt es selten. Das gibt ein paar Minuspunkte, die aber die ansonsten gelungene spielerische Umsetzung der Fernsehserie kaum stören.

„Star Trek Voyager: Across the Unknown“ bietet keine perfekte, aber motivierende und herausfordernde Survival-Strategie. Keines der einzelnen Spielelemente ist herausragend gut umgesetzt, aber in der Summe bietet das Spiel eine spannende und herausfordernde Reise durch den Delta-Quadranten.

Abzüge gibt es beim unnötig kleinteiligen Mikromanagement und der unspektakulären Präsentation. Sollte das „Star Trek“-Fans abschrecken? Auf keinen Fall. „Star Trek Voyager: Across the Unknown“ verbirgt hinter der wenig attraktiven Hülle ein gelungenes „Star Trek“-Survival-Abenteuer.

„Star Trek Voyager: Across the Unknown“ ist für Windows, PS5, Xbox Series und Nintendo Switch 2 erschienen. Es kostet ca. 35 €. USK ab 12. Für unser Angespielt haben wir ein paar Stunden die Windows-Version gespielt.

(dahe)