Agentic Commerce: Wie weit autonomes Einkaufen schon ist
KI-Anbieter preisen automatisches Einkaufen als Onlineshopping der Zukunft an. Wir zeigen, wo Technik, Recht und Vertrauensfragen das Modell ausbremsen.
(Bild: Jessica Nachtigall / KI / heise medien)
Sie brauchen schnell eine neue Fahrradbeleuchtung und wollen sich eigentlich um andere Dinge kümmern. Gemäß den Visionen der KI-Branche kein Problem: Künftig nimmt Ihnen ein KI-Agent Suche, Vergleich und Kauf ab. Sie teilen einem Chatbot die gewünschte Helligkeit, Befestigungsart und Ladetechnik sowie Ihr Budget und Lieferdatum mit. Anschließend recherchiert der Agent in Sekundenschnelle bei Dutzenden Händlern Angebote anhand Ihrer Vorgaben. Er wählt daraus eines für Sie aus, bezahlt es automatisch und – schwupp! – zwei Tage später klingelt der Paketbote an Ihrer Tür. Die KI soll künftig also nichts weniger tun können, als nach Ihren Vorgaben vollständig autonom einzukaufen. In den USA laufen dazu erste Pilotversuche.
Laut Umfragen, die sich immer mal wieder in Pressemitteilungen finden, sollen viele Verbraucher bereits großes Interesse an diesem „Agentic Commerce“, also „agentischem (Einzel-)Handel“ zeigen. Die Auftraggeber reichen von primär amerikanischen KI-Softwareunternehmen, Zahlungsdienstleistern und Shop-Plattformen bis zu Wirtschaftsberatungsfirmen. Ihnen zufolge ist Agentic Commerce nichts weniger als das Einkaufen der Zukunft. Den Prognosen aus Industriekreisen zufolge sollen KI-Agenten im Jahr 2030 bis zu 30 Prozent aller Onlineeinkäufe erledigen. Doch Agentic Commerce kommt nur schleppend in Gang. Zu schwer wiegen Verbraucherschutz- und andere Rechtsfragen, aber auch technische Probleme und Skepsis bei Händlern.
In diesem und drei weiteren Artikeln unseres Dossiers klopfen wir die Versprechen rund um Agentic Commerce ab. Wir fragen, wie Agentic Commerce überhaupt funktionieren soll, was bisher umgesetzt ist und was noch kommen soll. Was ist technisch machbar, was rechtlich – und was sagen Verbraucher im Detail? Dazu sehen wir uns in weiteren Beiträgen technische Konzepte wie Schnittstellen genauer an, nehmen Sicherheitsfragen wie Manipulation unter die Lupe und werfen einen Blick auf den Datenschutz und erläutern, ob und wie sich Agentic Commerce mit der bestehenden Rechtslage vereinbaren lässt, zum Beispiel im Vertrags- und Haftungsrecht.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels "Agentic Commerce: Wie weit autonomes Einkaufen schon ist". Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.