Bitkom: Jedes elfte Tech-Startup befürchtet Insolvenz
Der Bitkom zeigt ein gemischtes Bild der deutschen Startups: Während ein Drittel Fortschritte meldet, fürchtet jedes elfte Tech-Startup um seine Existenz.
(Bild: Sebastian Duda / Shutterstock.com)
Die Stimmung unter deutschen Tech-Startups ist gespalten. Eine aktuelle Umfrage von Bitkom Research unter 133 Tech-Startups zeigt: 35 Prozent berichten von einer Verbesserung der eigenen Lage im vergangenen Jahr, während 30 Prozent eine Verschlechterung melden. Die übrigen 35 Prozent sehen ihre Situation unverändert.
Deutlich pessimistischer bewerten die befragten Unternehmen die allgemeine Lage der deutschen Startup-Szene: Nur 19 Prozent sehen hier eine Verbesserung, 37 Prozent hingegen eine Verschlechterung. Besonders alarmierend: 9 Prozent der Start-ups befürchten eine Insolvenz in den nächsten 12 Monaten – das entspricht jedem elften befragten Unternehmen.
Die Befragung fand in den Kalenderwochen 3 bis 6 des Jahres 2026 statt. Sie ist zwar nicht repräsentativ, liefert aber laut Bitkom ein aussagekräftiges Stimmungsbild der Tech-Szene in Deutschland.
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Nur die Hälfte würde erneut in Deutschland gründen
Problematisch ist die Einschätzung zur Standortattraktivität: Nur die Hälfte der befragten Gründer würde wieder in Deutschland ein neues Unternehmen aufbauen. 20 Prozent würden sich für ein anderes EU-Land entscheiden, 7 Prozent für die USA und 11 Prozent für ein anderes Land weltweit. 8 Prozent machten keine Angabe, 5 Prozent würden gar nicht erneut gründen.
„Viele Start-ups kommen voran, aber ebenso viele kämpfen mit der schwierigen konjunkturellen Lage“, erklärte Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Was allen helfen würde: leichterer Zugang zu öffentlichen Aufträgen, weniger Regulierung und mehr Möglichkeiten, Daten für innovative Services und Technologien einzusetzen.“
Wintergerst betonte die Bedeutung entsprechender politischer Maßnahmen: „Deutschland hat in den vergangenen Jahren ein international wettbewerbsfähiges Startup-Ökosystem aufgebaut. Die Startup-Szene braucht gerade unter den anhaltend schwierigen konjunkturellen Bedingungen eine engagierte politische Flankierung.“
Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage hat der Bitkom in einer Pressemitteilung veröffentlicht.
(fo)