Samsung Galaxy S26, S26+ und S26 Ultra: Software schlägt Hardware
Mit der Galaxy-S26-Serie zeigt sich Samsung konservativ und ändert an der Hardware nur wenig. Das neue Privacy Display hat nur das S26 Ultra.
Samsung Galaxy S26 Ultra, S26+ und S26
(Bild: Steffen Herget / heise medien)
Keine Zeit fĂĽr Experimente: Samsung hat sich bei der neuen S-Klasse fĂĽr einen sanften Facelift statt einer radikalen Frischzellenkur entschieden. Das Galaxy S26, S26+ und S26 Ultra bringen bei der Hardware viel Vertrautes mit, Neuigkeiten sind stattdessen bei der Software zu finden.
Das Spitzenmodell Samsung Galaxy S26 Ultra sieht, wie auch die beiden anderen, den Vorgängermodellen aus den vergangenen drei Generationen sehr ähnlich. Das Smartphone hat weiterhin ein 6,9 Zoll großes OLED-Display mit einer Auflösung von 3120 x 1440 Pixeln. Die reflexionshemmende Oberfläche ist die gleiche wie im Vorjahresmodell, sie schluckt einen guten Teil der Lichtreflexe und macht das Display in heller Umgebung besser ablesbar. Angetrieben wird das Galaxy S26 Ultra von einem Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 in der Version „for Galaxy“ mit leicht erhöhtem Maximaltakt. Der passive S Pen hat weiterhin seinen Platz im Gehäuse.
Die wichtigste Hardware-Neuerung neben dem Prozessor ist das Privacy Display. Aktiviert man dieses, schaltet das Smartphone Teile der Pixelmatrix im Display ab, wodurch der Bildschirm stark abdunkelt, wenn man ihn schräg von der Seite betrachtet. So verhindert man, dass Umstehende sensible Daten erkennen können. Zwar schluckt das Abschalten der Pixel auch für die Person, die frontal auf den Bildschirm schaut, etwas Displayhelligkeit. Das ist jedoch zu verschmerzen, wenn man mit sensiblen Daten hantiert. Privacy Display ist dem Ultra vorbehalten, man kann es entweder manuell ein- und ausschalten oder bei einzeln ausgewählten Apps standardmäßig aktivieren.
Altbekannte Kameras
Neues bei der Kamera muss man mit der Lupe suchen. Weiterhin haben vier Kameras auf dem Rücken des Ultra Platz: 200-Megapixel-Hauptkamera, 50-Megapixel-Ultraweitwinkel und zwei Tele-Objektive, eines mit Dreifach-Zoom und 10-Megapixel-Sensor und eines mit fünffacher Vergrößerung und einer Auflösung von 50 Megapixeln. Selfies knipst das Galaxy S26 Ultra genau wie seine Schwestermodelle nur mit 12 Megapixeln. Die Unterschiede zur Kamera des S25 Ultra sind lediglich etwas größere Blenden in Hauptkamera und Fünffach-Tele, die etwas mehr Licht auf den Sensor durchlassen.
(Bild:Â Steffen Herget / heise medien)
Auch den Akku hat Samsung nicht angetastet, er hat weiterhin eine Kapazität von 5000 mAh – wie schon seit dem Galaxy S20 Ultra. Das S26 Ultra ist also bereits das siebte Modell mit dem gleichen Akku. Immerhin lädt es nun mit bis zu 60 Watt statt zuvor mit 45 Watt, drahtlos sind 25 Watt möglich.
Verstärkt rückt Samsung neue Software-Features in den Vordergrund, die allesamt mehr oder weniger mit KI zusammenhängen. So ist mit Perplexity nun eine weitere Künstliche Intelligenz an Bord, die auf das Kennwort „Hey Plex“ hört. Bixby, Samsungs erster KI-Assistent und eigentlich schon ziemlich weg vom Fenster, wurde mit neuen Funktionen ausgestattet, um die lokale Suche und die Systemeinstellungen leichter nutzbar zu machen. Mit Now Nudge gibt es ein weiteres neues KI-Feature, das kontextsensitiv mit kleinen Schaltflächen das Leben vereinfachen soll. Fragt etwa ein Freund nach einem möglichen Treffen an einem bestimmten Tag, ploppt Now Nudge auf und hat bereits im Kalender nachgesehen, ob das klappen könnte. Software-Updates und Sicherheitspatches bekommen alle S26-Modelle für 7 Jahre.
Keine Spam-Anrufe mehr
Eingehende Anrufe von unbekannten Rufnummern können die Galaxy-S26-Geräte mit der Funktion Spam-Detection zunächst automatisch von der KI abfangen lassen. Die versucht dann zu ermitteln, ob ein „echter“ Anruf oder ein Spam-Call vorliegt, der nicht durchgelassen werden soll. Zuletzt gibt es noch den neuen Finder, der über eine Klartextsuche Inhalte in allen Samsung-Apps finden soll, etwa eine Notiz oder Liste zu einem bestimmten Thema.
Welche dieser neuen Funktionen Samsung auch auf frĂĽhere Galaxy-S-Generationen und andere Modellreihen nachzieht, hat der Hersteller noch nicht verkĂĽndet.
Samsung Galaxy S26 Ultra, S26+ und S26 in Bildern (28 Bilder)

Samsung Galaxy S26
Steffen Herget / heise medien
)Das Samsung Galaxy S26 Ultra kann man zu Preisen ab 1449 Euro kaufen, damit sortiert es sich unter den teuersten Smartphones auf dem Markt ein. Mit 512 GByte internem Speicher kostet es 1649 Euro, die nur in Samsungs Onlineshop erhältliche Version mit 16 GByte RAM und 1 TByte internem Speicher kostet gar 1949 Euro. Zum Start gibt Samsung Vorbestellern bei allen S26-Modellen für einige Wochen die große Speichervariante zum Preis der nächstkleineren heraus. Für die 1-TByte-Version muss man einen Aufpreis von 100 Euro zahlen.
Basismodelle mit wenigen Änderungen
Im kompakten Galaxy S26 mit seinem 6,3 Zoll großen Display, das 2340 × 1080 Pixel darstellt, steckt kein Snapdragon, sondern ein Samsung-Prozessor. Der Exynos 2600, laut Samsung der erste Chip, der im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt wird, wird von 12 GByte RAM begleitet, für den internen Speicher stehen 256 und 512 GByte zur Wahl. Mit gut 7 Millimetern und 167 Gramm ist das Samsung Galaxy S26 schlank und leicht und fällt in der Hosentasche kaum auf. Die Triple-Kamera des S26 ist eine Stufe unter der Vierfach-Knipse des Ultra angesiedelt. Das 10-Megapixel-Tele ist zwar identisch, die Hauptkamera zieht die Grenze jedoch bei 50 Megapixel und hat mit f/1,8 die kleinere Blende. Auch das Ultraweitwinkel löst mit 12 Megapixel geringer auf, seine Blende ist mit f/2,2 ebenfalls weniger lichtstark als die des S26 Ultra. Diese Kameras hatten bereits die Vorgänger Galaxy S25, S24 und S23.
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Den Akku hat Samsung im Galaxy S26 ebenso wenig stärker gemacht wie im Ultra, er bringt weiterhin eine vergleichsweise geringe Kapazität von 4300 mAh mit. Auch das schnellere Laden unterstützt das Galaxy S26 nicht. Immerhin die Software-Features hat Samsung allen drei Modellen der S-Klasse zugänglich gemacht. Weiterhin verbaut Samsung keine magnetische Rückseite für Qi2, wie Apple (MagSafe) und Google (Pixelsnap) sie anbieten, um etwa Akkupacks oder anderes Zubehör anheften zu können. Hierfür müssen Käuferinnen und Käufer auf eine entsprechende Schutzhülle zurückgreifen.
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Für diesen kleinen Schritt in Sachen Hardware bezahlt man bei Samsung die gleichen Preise wie im Vorjahr. Das Galaxy S26 kostet demnach in der kleinen Speichergröße 999 Euro, mit 512 GByte sind es 200 Euro mehr.
Technisch mit dem S26 weitestgehend identisch, nur ein wenig größer ist das Galaxy S26+. Sein OLED-Display misst 6,7 Zoll und hat die gleiche Auflösung wie das des S26 Ultra. Damit ist es hinsichtlich der Pixeldichte das S26 mit dem schärfsten Bildschirm. Der Akku liegt mit 4900 mAh näher am Ultra als am kleinen Modell, die 190 Gramm Gewicht bilden die goldene Mitte. Das Galaxy S26+ kostet ab 1249 Euro.
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Die Schlankheitskur ist beendet
Nach einer Saison wieder eingestampft wurde das Edge-Modell, also das besonders flache Galaxy S. Das Galaxy S25 Edge hatte trotz des schlanken und leichten Designs nur wenig Anklang bei der Kundschaft gefunden. Es war rapide im Preis gefallen und wird nun zunächst nicht als Galaxy S26 Edge kommen.
Samsung hat den Autor zum Unpacked-Event nach San Francisco eingeladen und die Kosten fĂĽr Reise und Unterbringung ĂĽbernommen.
(sht)