Meta investiert Milliarden in AMD-GPUs mit Option auf Firmenanteile

Meta sichert sich über Jahre hinweg mehrere Millionen KI-Beschleuniger von AMD. Der Deal ist beinahe eine 1:1-Kopie vom OpenAI-Abkommen.

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Schriftzüge von AMD und Meta vor einem Server

(Bild: Meta / AMD)

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AMD und Meta einigen sich auf einen Rahmenvertrag im Wert vieler Milliarden US-Dollar. Über fünf Jahre hinweg will Meta KI-Beschleuniger von AMD mit einer Kapazität von insgesamt sechs Gigawatt kaufen. Im Gegenzug bekommt Meta AMD-Firmenanteile, wenn alles nach Plan verläuft.

Die öffentlich bekannt gegebenen Konditionen sind weitgehend vom Abkommen zwischen AMD und OpenAI kopiert. Meta will noch in der zweiten Jahreshälfte die erste Tranche von KI-Beschleunigern für das erste Gigawatt kaufen. AMD passt laut Ankündigung seinen Instinct-MI450-Beschleuniger für eine Custom-Version an. Meta kauft komplette Helios-Server von AMD, inklusive Epyc-Venice-Prozessoren (Zen 6) und Netzwerktechnik der Firma. Zusätzlich will Meta einzelne Epyc-CPUs kaufen.

Nach heutigem Standard entsprächen sechs Gigawatt fast 4,3 Millionen GPUs vom Typ Instinct MI355X, die eine Thermal Design Power (TDP) von jeweils 1400 Watt haben. Bis 2030 soll die elektrische Leistungsaufnahme pro Beschleuniger weiter steigen: Bei 2000 Watt wären es drei Millionen GPUs, bei 3000 Watt zwei Millionen.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat der Meta-Deal einen Wert von etwa 60 Milliarden US-Dollar über die gesamten fünf Jahre hinweg. Das entspricht derzeit 51 Milliarden Euro. Einen derart konkreten Wert nennen die beiden Unternehmen selbst nicht. Zum Vergleich: Das wäre mehr als AMDs aktueller Jahresumsatz. Er lag 2025 bei 34,6 Milliarden US-Dollar.

Wie schon bei OpenAI hat AMD auch mit Meta Meilensteine ausgemacht. Meta muss bestimmte, aber nicht kommunizierte GPU-Mengen kaufen, um Kaufoptionen für bis zu 160 Millionen AMD-Aktien zu erhalten. Diese kosten dann jeweils nur einen symbolischen Cent und entsprächen derzeit einer Firmenbeteiligung von zehn Prozent. Im Gegenzug muss AMD bestimmte Kursziele an der Börse erreichen. Nach OpenAI hat somit auch Meta ein direktes Interesse an AMDs Erfolg.

Aktuell hätten 160 Millionen Aktien einen Wert von etwa 33 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 28 Milliarden Euro. Sofern Meta die Kaufoptionen einlöst, entsprechen sie indirekt einem Rabatt für die Hardware.

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Bereits im Jahr 2024 war Meta AMDs größter Kunde für KI-Beschleuniger. Damals soll die Firma 173.000 Instinct-MI300-GPUs gekauft haben. Seitdem haben Hyperscaler den Ausbau von KI-Rechenzentren erheblich beschleunigt.

Unmittelbar nach Bekanntgabe des Meta-Abkommens schoss AMDs Aktie um fast 15 Prozent hoch. Inzwischen hat sie sich bei sieben bis acht Prozent Plus eingependelt. Das Hoch vom Januar ist derzeit noch rund 20 Prozent entfernt.

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