Nach Talfahrt der Aktie: Zahlungsabwickler Stripe will wohl PayPal übernehmen

Stripe wickelt für Unternehmen Zahlungen ab und ist 159 Milliarden US-Dollar wert. Jetzt hat das US-Unternehmen angeblich Interesse an PayPal bekundet.

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Logo von Stripe an einem Gebäude

(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)

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Zu den Interessenten an einer Übernahme von PayPal gehört der Zahlungsabwickler Stripe, der den kompletten Zahlungsdienstleister kaufen könnte. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Personen. Noch befänden sich die diesbezüglichen Verhandlungen aber in einem sehr frühen Stadium. Es gebe keine Gewissheit, dass sie zu einem Kauf führen. Trotzdem hat der Bericht den Aktienkurs von PayPal weiter in die Höhe getrieben. Die Anteile kosten etwa 14 Prozent mehr als vor einer Woche. Stripe selbst ist laut Bloomberg inzwischen 159 Milliarden US-Dollar wert. Einer der Gründer hat in einem Interview die schwierige Situation bei PayPal anerkannt.

Dass mehrere Unternehmen Interesse an einer Übernahme von PayPal oder Teilen des Zahlungsanbieters haben, hat Bloomberg erst Anfang der Woche öffentlich gemacht. PayPal selbst hat demnach bereits Gespräche mit Banken aufgenommen. Weil die Kundschaft „zunehmend auf alternative Zahlungsmethoden zurückgreift“, befinde sich der Zahlungsanbieter in einer Sackgasse, hat das Finanzmagazin erklärt. Dabei geht es vor allem um verlorene Marktanteile an Apple Pay und Google Pay. Lag der Aktienkurs von PayPal vor einem Jahr noch über 78 US-Dollar, war er nach einer langen Talfahrt vor einer Woche unter 41 US-Dollar gefallen. Die Erwartung einer Übernahme hat ihn dann aber wieder beflügelt. Zuletzt kosteten die Anteile 47 US-Dollar.

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Wegen der negativen Geschäftsentwicklung bei PayPal war Anfang Februar schon der CEO mit sofortiger Wirkung abgesetzt worden. Kommende Woche übernimmt der bisherige Verwaltungsratsvorsitzende das Ruder. Auch das hat die Börsen aber nicht beruhigt, ganz im Gegenteil. Allein nach diesem abrupten Führungswechsel war der Aktienkurs um fast 20 Prozent abgestürzt. Unzufrieden waren die Anleger und Anlegerinnen auch mit dem diffusen Ausblick von PayPal. Stripe wurde 2010 in Palo Alto von den irischen Brüdern Patrick und John Collison gegründet. Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco und Dublin wickelt Zahlungen ab und ist bislang nicht im direkten Geschäft mit Verbrauchern und Verbraucherinnen tätig.

(mho)