Warner Bros.: Neues Paramount-Angebot könnte zu einem besseren Deal führen
Paramount hat Warner Bros. ein verbessertes Angebot vorgelegt. Der Warner-Vorstand will es nun prüfen – und geht davon aus, dass auch Netflix noch nachzieht.
(Bild: Grand Warszawski; Shutterstock.com)
Im Bieterstreit um Warner Bros. hat Paramount erneut ein verbessertes Angebot vorgelegt: Anstatt 30 US-Dollar pro Aktie ist Paramount nun bereit, 31 US-Dollar pro Aktie zu zahlen. Zudem bietet Paramount 7 Milliarden US-Dollar für den Fall, dass eine beschlossene Übernahme aufgrund regulatorischer Hindernisse nicht zustande kommt.
In einer Mitteilung bestätigt Warner Bros. das neue Angebot. Der Vorstand will es nun prüfen, heißt es darin. Noch könne man keine Aussagen dazu machen, ob das Paramount-Angebot mittlerweile besser sei als das aktuelle, ebenfalls nachgebesserte Angebot von Netflix. Man bleibe daher vorerst bei der Empfehlung des Netflix-Deals.
Der Warner-Vorstand sieht aber die Möglichkeit, dass das Paramount-Angebot tatsächlich formal dem Netflix-Deal überlegen sein könnte. In diesem Fall hätte Netflix die im Übernahmevertrag festgelegte Möglichkeit, mit einem ebenfalls aufgestockten Angebot nachzuziehen.
Zurück am Verhandlungstisch
Grundsätzlich bevorzugt der Warner-Vorstand den Netflix-Deal, der in seinem Gesamtpaket als finanziell stabiler angesehen wird. Das feindliche Übernahmeangebot von Paramount kritisierte der Warner-Vorstand in der Vergangenheit scharf – unter anderem wegen des geringen Eigenkapitalanteils von Paramount. Zudem bereitet die Beteiligung von Private-Equity-Firmen und des saudischen Staatsfonds den Vorstandsmitgliedern Sorgen.
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Trotzdem hat es Paramount geschafft, Warner an den Verhandlungstisch zu zwingen. Das Medienunternehmen hatte Warner vorgeworfen, das eigene Angebot nie ausreichend diskutiert zu haben. Also wendete sich Paramount direkt an Aktionäre, die wiederum Druck auf Warner ausübten. In der vergangenen Woche gab Warner schließlich bekannt, offiziell mit Paramount verhandeln zu wollen. Davon könnte sich das Unternehmen auch erhoffen, Netflix erneut zu einem aufgestockten Angebot bewegen zu können.
Aktuelles Netflix-Angebot
Der Deal, den Netflix ursprünglich mit Warner ausgehandelt hatte, sah für Aktionäre eine Mischung aus Cash und Netflix-Aktien vor. Pro Warner-Anteil sollen Aktionäre 23,25 US-Dollar in Cash und 4,50 US-Dollar in Netflix-Aktien bekommen. In der aktuellen Deal-Struktur sollen Warner-Aktionäre keine Anteile an Netflix bekommen, stattdessen bekommen Aktionäre die 27,75 US-Dollar allein in Barwerten. Die neue Struktur sei einfacher, sicherer und beschleunige den Weg zum Abschluss der Übernahme, begründeten Netflix und Warner die neue Einigung.
Während Netflix nur an der Unterhaltungssparte inklusive Streaming-Dienst HBO Max interessiert ist, möchte Paramount die komplette Firma übernehmen. Paramount hat also auch Interesse am Nachrichtengeschäft von Warner Bros. Discovery, zu dem CNN und TNT gehören. Paramount-CEO David Ellison ist der Sohn von Larry Ellison, der dem US-Präsidenten Donald Trump nahesteht.
Die Abstimmung der Warner-Aktionäre über Übernahmeangebote ist für den 20. März angesetzt.
(dahe)