Deutsches Drohnenabwehr-Start-up sammelt 30 Millionen Euro ein
Tytan Technologies hat über 30 Millionen Euro an Kapital einsammeln können. Damit soll die Serienfertigung von Abfangdrohnen finanziert werden.
(Bild: Bundeswehr/Heike Westhöfer)
Das in München ansässige Drohnenabwehr-Start-up Tytan Technologies hat in einer Serie-A-Finanzierungsrunde europaweit mehr als 30 Millionen Euro an Kapital erhalten. Ein beträchtlicher Anteil davon kommt aus dem NATO Innovation Fund (NIF). Auch neue und alte Investoren beteiligten sich an der neuen Finanzierungsrunde. Das Unternehmen plant, mit dem Geld eine Serienfertigung von Abfangdrohnen aufzubauen.
Das Technik-Start-up wird in der Serie-A-Finanzierungsrunde mit einem Wert von 100 Millionen Euro bewertet. Beteiligt sind ausschließlich europäische Investoren. Offenbar soll dadurch die Einflussnahme fremder Nationen auf das Unternehmen verhindert werden. Denn Tytan Technologies konzentriert sich auf die Entwicklung und Fertigung von KI-gestützter Luftverteidigungsarchitektur in Europa für Europa, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt.
Effektive Drohnenabwehrsysteme
Konkret geht es um Drohnenabfangsysteme. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat gezeigt, wie schwierig es ist, mit konventionellen Abwehrsystemen die Bedrohung von kompakten Angriffsdrohnen zu bekämpfen. In Europa soll Tytan Technologies nun diese Verteidigungslücke schließen helfen. Wer autonome, effektive und kostengünstig funktionierende Systeme entwickelt, dürfte damit auf dem europäischen Markt und bei verbündeten Nationen weit vorn liegen.
Entsprechend gibt es vielfältige Unterstützung in der Serie-A-Finanzierungsrunde, die von dem NIF und dem Verteidigungsfonds Amira angeführt wird. Als weitere Investoren sind Visionaries Club, OTB Ventures, Lakestar, Magnetic, D3 und 10x Group beteiligt. Sie stecken zusammen mehr als 30 Millionen Euro in das Unternehmen. Damit beläuft sich die Gesamtfinanzierung von Tytan Technologies nun auf rund 46 Millionen Euro.
Aufträge kann das Unternehmen bereits vorweisen. Darunter etwa von der Bundeswehr, deren Beschaffungsamt im Herbst 2025 das Unternehmen damit beauftragt hat, eine KI-basierte Drohnenabwehrlösung für Bundeswehr-Standorte zu entwickeln. Ein vorzeigbares System soll bis Mitte 2026 vorliegen. Der Auftrag selbst, der im niedrigen zweistelligen Millionenbereich angesiedelt ist, läuft bis 2027.
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Für die Ukraine testet und baut Tytan Technologies seit 2023, dem Gründungsjahr des Start-ups, bereits Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte. Jetzt soll eine Beschaffungsvereinbarung getroffen worden sein, die die Lieferung von mehreren Tausend METIS-Abfangdrohnen umfasst.
Das frische Geld will Tytan Technologies dafür verwenden, seine Entwicklungs- und Produktionskapazitäten auszubauen. Die fließen in eine Produktionsstätte für die Serienfertigung von Abfangdrohnen im Westen Münchens. Geplant ist, dass dort bis Ende 2026 etwa 3000 Drohnen pro Monat gefertigt werden.
(olb)