Manager bei Rüstungskonzern: 87 Monate Gefängnis für den Verkauf von Zero-Days

Der Rüstungskonzern L3Harris sammelt auch Zero-Day-Exploits für ausgewählte Regierungen. Ein Manager hat solche an einen Russen verkauft und muss nun in Haft.

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Schriftzug von L3Harris an einer Glasfassade

(Bild: JennLShoots / Shutterstock.com)

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In den USA muss ein 39-jähriger Australier mehr als sieben Jahre ins Gefängnis, weil er als hochrangiger Manager des Rüstungskonzerns L3Harris Informationen zu Zero-Day-Lücken an einen Russen verkauft hat. Weiterhin muss der Verurteilte jetzt Kryptogeld, ein Haus sowie Luxusgüter im Millionenwert abgeben. Zur Verhandlung über eine Entschädigung wurde ein weiterer Gerichtstermin festgelegt. Das geht aus einer Mitteilung des US-Justizministeriums hervor. Der Mann hatte sich der Vorwürfe im Herbst 2025 für schuldig bekannt. Inzwischen ist auch klar, dass er die Exploits an einen Russen verkauft hat, dessen Firma „Matrix LLC“ oder „Operation Zero“ Informationen zu Sicherheitslücken weiterverkauft.

Der Mann hat als Manager der L3Harris-Sparte Trenchant gearbeitet und im Rahmen seines Schuldeingeständnisses zugegeben, dass er dort über einen Zeitraum von drei Jahren acht „Komponenten von Cyber-Exploits“ entwendet hat. Die hätten exklusiv an die US-Regierung „und ausgewählte Alliierte“ verkauft werden sollen. Der Mann habe dafür Kryptogeld erhalten, mit dem er Luxusreisen, Schmuck, Uhren, Kleidung und Wohneigentum gekauft habe. Insgesamt hat er 1,3 Millionen US-Dollar bekommen, den Schaden für die US-Regierung beziffert die Anklage dagegen auf 35 Millionen US-Dollar. Seine Bestrafung sei eine „deutliche Warnung an alle, die überlegen, Gier über ihr Land zu stellen“, sagt Roman Rozhavsky vom FBI.

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Der Vorfall macht einmal mehr deutlich, wie gefährlich der Umgang mit Exploits ist, die nicht an die Unternehmen gemeldet werden, deren Produkte sie betreffen. Als Zero-Day-Lücken werden solche bezeichnet, von denen diese nichts wissen, bei denen sie also null Tage Zeit hatten, um sie zu schließen. Trenchant bietet seine Dienste ausschließlich den Regierungen der sogenannten Five Eyes an. Das sind neben den USA noch Australien, Kanada, Neuseeland und Großbritannien, die in Geheimdienstfragen engsten Alliierten der Vereinigten Staaten. Zeitgleich zur Bekanntmachung des Urteils hat das US-Außenministerium Sanktionen gegen den Russen verhängt, der alleine für „Operation Zero“ verantwortlich sein soll.

(mho)