Ray-Ban Meta: Preisfrage sorgt offenbar für Spannungen
Meta und Brillenpartner EssilorLuxottica sind Marktführer bei Smart Glasses. Hinter den Kulissen wird angeblich über den Preis der Produkte gerungen.
Meta und EssilorLuxottica haben mehr als neun Millionen Smart Glasses verkauft.
(Bild: PJ McDonnell / Shutterstock)
Meta und EssilorLuxottica haben Insidern zufolge Differenzen bei Preisgestaltung und Vermarktung ihrer Smart Glasses. Angesichts steigender Nachfrage und wachsender Konkurrenz sollen intern teils scharf geführte Debatten geführt werden, die die unterschiedlichen Prioritäten der beiden Unternehmen widerspiegeln. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Konkrete Beispiele aus dem Bericht verdeutlichen die Differenzen bei der Preisgestaltung: So habe Meta die Smart Glasses 2023 in Black-Friday-Aktionen aufnehmen wollen, EssilorLuxottica habe frühe Rabatte jedoch abgelehnt. Schon bei den Ray-Ban Stories von 2021 habe Mark Zuckerberg einen Einstiegspreis von rund 250 US-Dollar vorgeschlagen, letztlich habe man sich auf 300 US-Dollar als Kompromiss geeinigt.
Eine der Quellen spricht von einem „Tauziehen“, das jedoch niemals eskaliert sei. Beide Seiten suchten weiter nach einem gemeinsamen Kurs, und die Zusammenarbeit gelte als nicht gefährdet. Meta und EssilorLuxottica dementierten den Bericht nicht, betonten jedoch den Erfolg ihrer Partnerschaft und bezeichneten die Zusammenarbeit als stärker denn je.
Im vergangenen Jahr erwarb Meta einen Anteil von 3 Prozent an EssilorLuxottica. Ein Jahr zuvor hatten beide Unternehmen ihre Partnerschaft bis in die 2030er-Jahre verlängert.
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Unterschiedliche Prioritäten
Mark Zuckerberg hofft, dass KI- und AR-Brillen zur nächsten Computerplattform werden und dass Meta dank einer führenden Position seine Abhängigkeit von Googles und Apples Smartphone-Ökosystemen verringern kann. „Man kann sich kaum vorstellen, dass es in einigen Jahren noch eine Welt gibt, in der die meisten Brillen, die Menschen tragen, keine KI-Brillen sind“, propagierte Zuckerberg kürzlich. Den Insidern zufolge sollen die niedrigeren Preise die Verbreitung von Metas Smart Glasses beschleunigen, bevor in diesem und im kommenden Jahr Google und Apple mit eigenen Produkten auf den Markt drängen.
Der weltweit größte Brillenhersteller EssilorLuxottica hat derweil andere Interessen: Als Luxuskonzern ist er auf hohe Margen angewiesen, während die Smart Glasses wegen teurer Elektronik und Produktionsausbau die Profitabilität drücken. 2025 sank die bereinigte Bruttomarge um 2,6 Prozentpunkte auf 60,9 Prozent, wobei Smart Glasses laut Unternehmen für den Großteil des Rückgangs verantwortlich waren. Das geht aus dem letzten Quartalsbericht hervor.
Im vergangenen Jahr haben die beiden Unternehmen 7 Millionen Ray-Ban-Meta-Brillen verkauft, nachdem zwischen Oktober 2023 und Ende 2024 rund 2 Millionen Exemplare abgesetzt worden waren. Der deutliche Anstieg dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass Meta 2025 mehrere neue Modelle, darunter zwei von Oakley, auf den Markt gebracht hat. Anfang des Jahres berichtete Bloomberg, dass Partner erwägen, die Produktionskapazitäten auf 20 Millionen Einheiten pro Jahr zu erhöhen.
Dem aktuellen Bericht zufolge verhandeln die Unternehmen mit Prada, einem langjährigen Lizenzpartner von EssilorLuxottica, über Smart Glasses der Luxusmarke. Eine Einigung könnte noch in diesem Jahr erzielt werden.
(tobe)