PocketBeagle 2 Industrial: Kompaktes Board für harte Industrieeinsätze

Vier Cortex-A53-Kerne, PRUs und zusätzliche MCU: Der PocketBeagle 2 Industrial richtet sich an anspruchsvolle Echtzeit- und Industrieprojekte.

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Nahaufnahme eines PocketBeagle 2 Industrial, eines kleinen roten Einplatinencomputers mit zwei Reihen schwarzer Stiftleistenbuchsen, einem weißen Anschluss für UART und klar erkennbaren Leiterbahnen und Bauteilen auf der Oberseite.

(Bild: BeagleBoard)

Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Daniel Schwabe

Mit dem PocketBeagle 2 Industrial gibt es jetzt eine Industrievariante des PocketBeagle 2. Das Board bleibt mit 55 mm × 35 mm weiterhin kompakt, richtet sich aber stärker an den Einsatz in industriellen Umgebungen und robusten Embedded-Projekten. Der erweiterte Temperaturbereich von -40 °C bis 85 °C macht das deutlich und positioniert es für Anwendungen in Produktionsanlagen, Outdoor-Installationen oder mobilen Systemen, bei denen klassische Maker-Boards schnell an ihre Spezifikationsgrenzen stoßen.

Herzstück ist der ARM-Prozessor AM6254 von Texas Instruments. Er bringt vier 64-bittige Cortex-A53-Kerne mit, die mit bis zu 1,4 GHz takten und je passable 512 KByte Level-2-Cache verwenden. Für Maker bedeutet das: mehr Rechenleistung als beim klassischen PocketBeagle – etwa für komplexere Steueralgorithmen oder parallele Dienste auf Linux-Basis.

Unterstützt wird der A53-Cluster von einem Cortex-M4F-Mikrocontroller mit bis zu 400 MHz und 256 KByte SRAM. Hinzu kommt das PRU-Subsystem (Programmable Real-Time Unit) mit zwei Kernen, das mit bis zu 333 MHz läuft und sich für harte Echtzeitanforderungen eignet, etwa für deterministische Feldbus-Implementierungen oder präzise Signalsteuerung.

Neu an Bord sind 1 GByte DDR4-RAM (statt zuvor 512 MByte) sowie 64 GByte eMMC-Flash. Beim bisherigen PocketBeagle 2 war der eMMC-Speicher nicht bestückt. Für Entwickler heißt das: weniger Abhängigkeit von microSD-Karten.

Zusätzlich integriert ist ein MSPM0L1105 mit Cortex-M0+ (32 MHz, 32 KByte Flash, 4 KByte SRAM) samt 12-Bit-A/D-Wandler. Dieser Mikrocontroller kann analoge Messaufgaben übernehmen, ohne die Haupt-CPU zu belasten. Damit lassen sich beispielsweise Sensorwerte kontinuierlich erfassen oder Energiemessungen realisieren, während Linux-Anwendungen auf den ARM-Kernen laufen. Die Kombination aus einem System-on-Chip (SoC) und einer separaten Low-Power-MCU macht das Ganze flexibel.

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Zur Ausstattung zählen weiterhin ein USB-C-Port zur Stromversorgung (5 V bei 1 A), ein JST-SH-UART-Debug-Port (3,3 V, kompatibel mit gängigen Debug-Probes), ein 10-poliger JTAG-Anschluss sowie ein LiPo-Ladecontroller. 72 Erweiterungspins stellen unter anderem acht analoge Eingänge, 52 digitale I/Os sowie Schnittstellen wie USB, SPI, I2C und weitere Peripherie bereit. Die Pin-Leisten sind bereits verlötet – was Prototypen schneller einsatzbereit macht und dem Lötkolben eine kleine Pause gönnt.

Das Board eignet sich für Steuerungen, Datenlogger oder Edge-Gateways. Durch den industriellen Temperaturbereich wird es auch für Außenstationen oder Maschinensteuerungen interessant. Gleichzeitig bleibt es offen genug für Maker, die mit Echtzeit-Subsystemen experimentieren möchten.

Erhältlich ist das Board aktuell über Digikey für gut 50 Euro inklusive Steuern.

Wer Interesse an anderen Boards hat, findet in unserem Arduino-Q-Test alle Infos zu der spannenden Platine.

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