Allianz steigt beim Start-up-Fonds der EU ein, Schwarz-Gruppe prüft noch
Finanzierungsrunden jenseits der 100 Millionen Euro sind in Europa nur schwer zu wuppen. Versicherer Allianz steigt in einen EU-Fonds ein, der das beheben soll.
(Bild: isak55 / Shutterstock.com)
Der deutsche Versicherungskonzern Allianz wird laut Bericht des Handelsblatts Investor beim neuen Start-up-Fonds "Scaleup Europe" der EU-Kommission. Der Fonds soll insbesondere die Lücke in Europa bei großen Finanzierungsrunden über 100 Millionen Euro schließen. Bislang müssen Start-ups für solche Summen meist außerhalb der EU suchen.
Die Allianz wäre damit der erste private Investor aus Deutschland in dem EU-Fonds. Wie viel Geld man dafür in die Hand nimmt, ließ das Unternehmen dem Handelsblattbericht zufolge offen. Man ziele mit der Investition darauf, „das Skalierungsproblem europäischer Technologie-Startups zu adressieren und die Finanzierungslücke für Wachstumsunternehmen zu schließen“, hieß es.
Schwarz-Gruppe auch interessiert
Ebenfalls prüfe auch die Schwarz-Gruppe den Einstieg. "Wir haben unser grundsätzliches mögliches Interesse an einer Beteiligung im Scaleup-Fonds der EU bekundet", zitiert der Bericht einen Sprecher. Die Schwarz-Gruppe steht hinter den Discountern Lidl und Kaufland. Im Startup-Bereich ist der Mischkonzern unter anderem an der einstigen deutschen KI-Hoffnung Aleph Alpha beteiligt und sichert sich dort zunehmend mehr Einfluss.
Der "Scaleup Europe"-Fonds soll im zweiten Quartal 2026 seinen Betrieb aufnehmen. Bis Anfang Februar lief noch die Bewerbungsfrist für das Fondsmanagement. Im April wird dann die Entscheidung erwartet. Bewerbungen kamen laut Handelsblatt unter anderem vom schwedischen Finanzinvestor EQT, dem britischen Risikokapitalgeber Atomico sowie von Eurazeo aus Frankreich.
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Bislang sind Kapitalgeber wie unter anderem Novo Holdings, der Investmentarm des Pharmakonzerns Novo Nordisk, und die Beteiligungsgesellschaft CriteriaCaixa mit an Bord. Ferner beteiligen sich die Förderbanken aus Dänemark und Polen, der niederländische Pensionsfonds ABP über den Vermögensverwalter APG und die Investmentgesellschaft der schwedischen Wallenberg-Familie. Auch die EU-Kommission investiert in den Fonds. Die EU wird damit also Teilhaber an Start-ups. Das Fondsvolumen soll dem Handelsblatt nach bei mindestens 5 Milliarden Euro liegen.
Das Geld soll dann in junge Technologie-Unternehmen in der EU investiert werden, die in Bereichen wie KI, Quantencomputing, Halbleiter, Robotik, Biotech, Medizin oder fortschrittliche Werkstoffe tätig sind.
(axk)