Daedalic-Mutter Nacon ist insolvent
Der französische Spielepublisher Nacon hat einen Insolvenzantrag gestellt. Damit stehen bis zu 1000 Arbeitsplätze auf der Kippe.
Nacon baut Spiele-Peripherie, entwickelt und veröffentlicht aber auch eigene Titel.
(Bild: Nacon)
Der französische Spielepublisher und Zubehör-Hersteller Nacon hat einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem eine Rückzahlung des Hauptanteilseigners Bigben Interactive platzte. Unter den aktuellen Umständen sei das Unternehmen nicht in der Lage, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, schreibt Nacon in einer Mitteilung. Der Aktienhandel von Nacon und Bigben wurde bereits am 20. Februar pausiert.
Nacon will sich nun in Lille einem gerichtlichen Sanierungsverfahren stellen, das die Spielefirma retten und die insgesamt 1000 Arbeitsplätze bewahren soll. Dafür will Nacon mit Gläubigern „ruhig und konstruktiv“ verhandeln, heißt es in der Mitteilung. Im Rahmen des Verfahrens können die Schulden bis zu 18 Monate eingefroren werden. Die erste Anhörung soll Anfang März stattfinden.
Die französische Firma ist unter anderem bekannt als Hersteller von Gaming-Peripherie wie Spiele-Controllern, ist aber als Publisher auch in die Entwicklung von Videospielen involviert. Zu den Töchtern von Nacon zählen unter anderem Cyanide („Styx“-Reihe) und der Entwickler von Sportspielen Big Ant.
Daedalic seit 2022 Teil von Nacon
Auch die deutsche Spielefirma Daedalic gehört seit 2022 zu Nacon: Die französische Firma kaufte Daedalic damals, als der Spiele-Flop „Der Herr der Ringe: Gollum“ noch in Entwicklung war, für insgesamt bis zu 53 Millionen Euro. Nach dem erfolglosen Release von „Gollum“ verabschiedeten sich die „Deponia“-Macher aus der aktiven Spieleentwicklung. Heute ist Daedalic noch als Publisher für die Titel kleinerer Studios tätig.
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Erst vor wenigen Tagen hat Nacon seine Online-Konferenz Nacon Connect für den 4. März angekündigt. Bei der per Livestream übertragenen Veranstaltung sollen kommende Spiele von Nacon gezeigt werden, darunter „Cthulhu: The Cosmic Abyss“, „The Mound“, „Edge of Memories“ und „Endurance Motorsport Series“. Noch ist unklar, ob dieses Event trotz Insolvenzantrag wie geplant stattfinden soll.
(dahe)