Atlassian: KI-Agenten in Jira jetzt als vollwertige Teammitglieder
Atlassian startet die Open Beta für KI-Agenten in Jira. Sie lassen sich wie menschliche Nutzer zuweisen und in automatisierte Workflows einbinden.
(Bild: heise medien)
Atlassian hat eine Open Beta für „Agents in Jira“ gestartet, die KI-Agenten als vollwertige Teammitglieder in Projekten integriert. Wie bei menschlichen Teammitgliedern können Anwender jetzt auch Agenten auf Basis von Atlassians KI-Assistenten Rovo sowie Drittanbieter-Agenten über das Model Context Protocol (MCP) Arbeitselemente zuweisen. Die Aufgaben erscheinen dann in Boards, Sprints und Releases mit Statusverfolgung.
Wie Atlassian in seinem Blog mitteilt, ist die neue Funktion für drei Einsatzszenarien ausgelegt: Neben der direkten Zuweisung von Work Items können Nutzer Agenten per @mention in Kommentaren für iterative Zusammenarbeit einbinden, etwa für Zusammenfassungen oder Recherche. Außerdem lassen sich Agenten in Workflows einbetten, sodass sie bei Statusänderungen automatisch Aktionen ausführen.
„Arbeit verändert sich rasant: Menschen koordinieren heute über Agenten, Tools und funktionsübergreifende Teams hinweg. Ohne klare Abstimmung kann das leicht im Chaos enden“, erklärt Tamar Yehoshua, Chief Product and AI Officer bei Atlassian. Existierende Funktionen wie Atlassian Intelligence sind vorwiegend Chat-basiert oder arbeiten generativ, während die neuen Agents als nachvollziehbare Entities konzipiert sind.
Teamwork Graph als Datenbasis
Technische Grundlage der Agent-Integration ist Atlassians Teamwork Graph, eine einheitliche Datenschicht, die Arbeitselemente, Personen und Wissen aus Jira und Confluence verbindet. Dadurch werden Rovo-Agenten kontextbewusst und können beispielsweise Task-Beziehungen erkennen oder Empfehlungen aussprechen. Administratoren definieren verfügbare Agenten, Berechtigungen und Fertigstellungskriterien, Jira übernimmt die Fortschrittsverfolgung.
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Die Agenten respektieren dabei Projekt-Konfigurationen, Permissions, Audit Trails und Approval Flows. Atlassian bietet zentrale Governance durch Administratoren und Einhaltung der Cloud-Sicherheitsstandards inklusive OAuth 2.1 und Usage Logs. Die Enterprise-Infrastruktur garantiert eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent.
MCP-Integration für offenes Ökosystem
Zudem investiert Atlassian in das Model Context Protocol, einen offenen Standard für den Zugriff von KI-Agenten auf Tools, Daten und Workflows. Über MCP Skills verbindet Rovo bereits Drittanbieter-Apps wie Amplitude, Box, Canva, Figma, GitHub Copilot, HubSpot und Intercom. Der Rovo MCP Server, der ebenfalls die allgemeine Verfügbarkeit (GA) erreicht hat, ermöglicht es KI-Clients wie Claude von Anthropic, Cursor, Google Gemini CLI, Lovable und WRITER, auf Jira- und Confluence-Daten zuzugreifen.
Nach Angaben von Atlassian machen Enterprise-Kunden rund 50 Prozent der gesamten Rovo-MCP-Server-Nutzung aus, bezahlende Kunden sogar 93 Prozent. Etwa 40 Prozent der monatlich aktiven Nutzer stammen aus dem Enterprise-Segment. Das Unternehmen verweist auf mehr als 350.000 Kunden weltweit, darunter über 80 Prozent der Fortune-500-Unternehmen wie NASA, Rivian, Deutsche Bank, United Airlines und Bosch.
Verfügbarkeit und Einschränkungen
Die Open Beta von Agents in Jira startet ab sofort. Ein Enddatum für die Beta-Phase oder ein Termin für die GA wurden nicht bekanntgegeben. Die Funktion steht ausschließlich Jira-Cloud-Nutzern zur Verfügung. Kunden mit On-Premises-Installationen (Data Center) erhalten die neuen Features nicht, auch weil Atlassian den Support für die Server-Varianten schrittweise einstellt.
Die Kosten für die Nutzung von Agents in Jira sind Teil der Premium- und Enterprise-Lizenzen. Atlassian erhebt keine separaten Gebühren für Agent-Zuweisungen. Rovo-Agenten sind in den Lizenzen enthalten; 1000 assistierten Konversationen pro Monat sind kostenlos, darüber hinaus fallen 0,30 US-Dollar pro zusätzlicher Konversation an.
Rovo MCP Server funktioniert bereits für Confluence. Atlassian deutet an, die Agent-Integration perspektivisch auf weitere Produkte des Stacks auszuweiten, konkrete Pläne für Confluence-Agents gibt es offiziell aber nicht.
(fo)