Bosch: 6000 Stellen in Deutschland schon weg, und das ist nur der Anfang
Abfindungen, Vorruhestand, interne Wechsel: Bosch versucht den Jobabbau sozialverträglich zu gestalten. Was bedeutet das für die Zukunft?
In der Mobilitätssparte will Bosch sein Personal massiv reduzieren.
(Bild: Bosch)
- dpa
Bosch hat in der Mobilitätssparte bisher rund 6000 Stellen in Deutschland abgebaut. Das sagte Bosch-Chef Stefan Hartung der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Der weltgrößte Autozulieferer reagiert auf die sich wandelnde Branche und die verhaltene Nachfrage nach Elektroautos unter anderem mit einem großangelegten freiwilligen Abbauprogramm beim Personal. Insgesamt sind davon in der Kfz-Sparte rund 22.000 Stellen am Standort Deutschland betroffen, die in den nächsten Jahren wegfallen sollen.
Hartung sagte weiter: „Der größte Weg liegt also noch vor uns.“ Darüber hinaus habe man in den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern in den vergangenen Monaten Abschlüsse an fast allen betroffenen Standorten erreicht. „Das war für beide Seiten sehr anspruchsvoll, aber leistet einen entscheidenden Beitrag zur Schließung der Kostenlücke und damit zur Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Bosch“, sagte Hartung.
(Bild:Â Bosch)
Belastungen folgen erst noch
Der Konzern hat für 2025 Rückstellungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro für den Stellenabbau gebildet. Auf dem Papier seien damit alle finanziellen Lasten berücksichtigt, wurde Hartung weiter zitiert: „In der Realität natürlich noch nicht.“ Die Rückstellungen zögen die Belastungen bei den Gewinnen vor, aber das Geld für ausscheidende Beschäftigte werde erst in den kommenden Jahren abfließen. 2025 hat Bosch laut dem Bericht knapp 900 Millionen Euro an scheidende Mitarbeiter ausgezahlt. „Die restlichen Mittel werden erst in den Folgejahren eingesetzt,“ sagte der Konzern-Chef, „die eigentliche Liquiditätsbelastung kommt also noch.“
Videos by heise
Sozialverträglicher Stellenabbau
Eine Bosch-Sprecherin sagte, mit Angeboten für Vorruhestand und Altersteilzeit, auf Freiwilligkeit basierenden Abfindungen und Vermittlung auf andere interne oder externe Stellen soll der an den Standorten erforderliche Personalabbau möglichst sozialverträglich umgesetzt werden. „Die lokalen Vereinbarungen sehen auch Maßnahmen wie Investitionen in Zukunftsfelder und die Sicherung von Ausbildungsabteilungen vor.“ Das leiste einen entscheidenden Beitrag zur Schließung der Kostenlücke von jährlich 2,5 Milliarden Euro bei der Mobilitätssparte und damit zur Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Bosch.
(mfz)